IG BAU: Landkreis Hildesheim braucht 2 440 neue Wohnungen bis 2020

„Fakten auf dem Tisch“

KREIS J In den kommenden fünf Jahren müssen im Landkreis Hildesheim rund 2 440 neue Wohnungen gebaut werden. Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hingewiesen. Die Gewerkschaft beruft sich dabei auf neueste Zahlen des Bundesinstituts für Bau-, Stadt- und Raumforschung (BBSR). Allein in diesem Jahr werden demnach etwa 450 zusätzliche Wohnungen im Kreis Hildesheim gebraucht.

„Bei vielen Altbauten, gerade aus der Nachkriegszeit, lohnt sich eine Sanierung wirtschaftlich kaum noch. Damit fallen nach und nach immer mehr Wohnungen weg. Gleichzeitig kommen mehr Zuwanderer zu uns“, sagt Hinrich Witte, Bezirksvorsitzender der IG BAU Niedersachsen-Mitte. Außerdem gebe es einen starken Trend zu Ein-Personen-Haushalten. „All das lässt den Bedarf an neuem Wohnraum im Kreis Hildesheim steigen“, so Witte. Die IG BAU Niedersachsen-Mitte fordert, beim Neubau besonders den bezahlbaren Wohnraum im Blick zu haben. „Wir brauchen im Kreis Hildesheim mehr Wohnungen für Normal- und Geringverdiener. Außerdem gibt es einen enormen Mangel an altersgerechten Wohnungen. Auch das Angebot bei Sozialwohnungen ist schon seit langem mehr als dürftig. Selbst wer einen Wohnberechtigungsschein hat, hat oft kaum eine Chance, auch tatsächlich eine Sozialwohnung zu bekommen“, sagt Hinrich Witte. Diese Situation könne sich bei weiter steigenden Flüchtlingszahlen bald zuspitzen. Hier seien der Bund und das Land Niedersachsen gefordert, so der IG BAU-Bezirkschef.

Für seine Prognose zum zusätzlichen Wohnraumbedarf hat das BBSR unter anderem den aktuellen Wohnungsmarkt, die Bevölkerungsentwicklung und die Alterung der Wohngebäude berücksichtigt. Für die IG BAU ist das Fazit klar: „Mit dieser Studie liegen die Fakten auf dem Tisch. Für den Neubau bezahlbarer Wohnungen im Kreis Hildesheim müssen jetzt die Weichen gestellt werden. Dafür brauchen wir auch mehr steuerliche Anreize und weniger Bürokratie rund um den Bau“, so Witte.

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