Verein „Wildrose“ feiert zehnten Geburtstag / „Lachendes und weinendes Auge“

„Ein Kloß im Hals“

Im Einsatz gegen sexuelle Gewalt: Das Team um Mo Meyer-Hermann, Louise Conradi und Annette Pagel dankt der Vorsitzenden Ursula Pfahl für ihr Engagement. Foto: Kolbe-Bode

HILDESHEIM Die Wildrose steht mit ihren feinen Dornen als „Symbol der Wehrhaftigkeit“ für den gleichnamigen Verein gegen sexuellen Missbrauch und Gewalt gegen Frauen und Kinder. Der Verein „Wildrose“ besteht jetzt seit zehn Jahren. In diesem Zeitraum haben die Mitarbeiterinnen etwa 1 000 Präventionsveranstaltungen organisiert und bis zu 9 000 Beratungsgespräche geführt.

„Danke, Danke, Danke“, sagte die Vereinsvorsitzende Ursula Pfahl in ihren Grußworten bei einer Feierstunde, zu der der Verein anlässlich des Geburtstags eingeladen hatte. Ihr Dank richtete sich an anonyme und treue Spender, an ehrenamtliche Helfer, aktive Menschen aus sozialen Institutionen, aber auch an die Stadt und den Landkreis, die die Arbeit der „Wildrose“ zu schätzen wissen und seit Jahren finanziell unterstützen. „Dieser Geburtstag ist ein gutes Ereignis, auch wenn er einen Kloß im Hals auslöst“, formulierte Pastor Leif Mennrich und traf damit sicherlich die Gedanken aller Gäste. Er spiegelte damit auch die Botschaften aller Festreden wieder, dass es schöner wäre, wenn ein solcher Verein nicht gebraucht würde. Die Realität zeigt allerdings, dass dem nicht so ist. Um hilfesuchenden Betroffenen auch im Landkreis ortsnah zur Seite stehen zu können, richtete Wildrose 2004 eine Beratungsstelle in Alfeld ein, 2007 eine in Sarstedt und 2009 eine dritte Stelle in Elze. Als vierter Standort ist derzeit Bockenem in Vorbereitung.

Das Beratungsteam besteht aus den ausgebildeten Fachkräften Louise Conradi, Annette Pagel und Mo Meyer-Hermann. Ihre Arbeit ist geprägt vom Umgang mit Leid, Hilf- und Fassungslosigkeit sowie körperlichen und psychischen Verletzungen. Aber auch mit der Hoffnung, Frauen und Kindern Hilfe und Unterstützung geben zu können.

In einem schriftlichen Grußwort zitiert die niedersächsische Ministerin für Soziales, Frauen und Familie, Aygül Özkan, „kein Mensch kann den anderen von seinem Leid befreien, aber kann ihm Mut machen, das Leid zu tragen“. Um möglichst viele Kinder vor dem Leid der sexuellen Gewalt zu bewahren und das Thema auch für Erwachsene aus der Tabuzone zu holen, besuchen die Mitarbeiterinnen zahlreiche Kindergärten und Schulen. ckb

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