Verein „Hildesheimer Sinti“ veranstaltet 15. Festival auf Gut Steuerwald

Zu Ehren Djangos

Das „Romno Swing Quartett“ mit Jules Molnár (Violine), Gimanto Hoffmann (Sologitarre), Matthias Muer (Rhythmusgitarre), Stephan Werner (Kontrabass).

HILDESHEIM Einen besonderen Beitrag zum Hildesheimer Stadtjubiläum leistet am 10. und 11. Juli der Verein „Hildesheimer Sinti“ mit einem eigenen besonderen „Geburtstag“. Zum 15. Mal findet auf Gut Steuerwald, Mastbergstraße 19, eines der inzwischen international renommiertesten Django-Reinhardt-Festivals statt. Längst ist das Musikereignis kein Geheimtipp mehr, denn was treuen Fans und Neu-Interessierten, die teils von weither anreisen, geboten wird, lohnt sich, um diesen Termin freizuhalten.

Organisator Ricardo Laubinger und sein Team appellieren wie seit der Premiere vor 15 Jahren an Toleranz und Verständigungsbereitschaft der Besucher. Zuhören und miteinander im Gespräch bleiben sind für ihn und seinen Verein wichtige Anliegen, um die kulturellen Leistungen der Sinti zu präsentieren. Die „Hildesheimer Sinti“ laden daher alle Musikfreunde aus Hildesheim und Umgebung ein, dieses Fest mit ihnen zu feiern. Beide Konzertabende beginnen um 19.30 Uhr (Einlass ab 18 Uhr). Vor der mittelalterlichen Kulisse des Burghofs erwarten die Zuschauer Spitzen-Bands aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland. Alle Mitwirkenden verneigen sich damit vor dem eleganten Stammvater des Gypsy-Jazz, Django Reinhardt (1910 bis 1953), der in einem mit Pferden bespannten belgischen Zigeunerwagen geboren wurde und sich mit seiner Gitarre weltweiten Ruhm erspielte. Am ersten Festival-Abend, Freitag, 10. Juli, stellt sich die 2014 neu gegründete Formation „Romno Swing Quartett“ auf der Hildesheimer Bühne vor. In dieser Gruppe definieren Jules Molnár mit der Violine und Gimanto Hoffmann an der Solo-Gitarre das geniale musikalische Zwiegespräch zwischen Django Reinhardt und seinem Geiger Stephane Grappelli neu. Als nächster Höhepunkt tritt die Hamburger Band „Django Deluxe“ auf. Sie erhielt 2013 den deutschen Musikpreis „Echo“ in der Kategorie Jazz und nahm im Zusammenspiel mit der NDR-Big-Band die unter Musikkritikern gefeierte CD „Driving“ auf. Zum Abschluss des ersten Festival-Abends erklingt das Projekt „The Gipsy Fusion Power“ mit dem französischen Gitarristen Felipe Sauvageon. Sein Trio verbreitet mit temporeichem Rumba und Flamenco Urlaubsstimmung. Den Auftakt zum zweiten Konzertabend bildet das Rehan Syed Ensemble, bestehend aus Violine, zwei Gitarren und Kontrabass. Von ihm übernimmt den Staffelstab das Kussi-Weiss-Trio. Aus Hildesheim stammend, hat Kussi Weiss bereits mehrfach auf dem Festival seiner Heimatstadt seine enorme Virtuosität und Verwandlungsfähigkeit bewiesen. Ebenfalls wiederholt bewährt hat sich das Lollo-Meier-Ensemble aus den Niederlanden, das in diesem Jahr die einzige fünfköpfige Crew stellt, also ein echtes Hot-Club-Quintett wie die legendäre Django-Band aus Paris. Außer mit musikalischen Leckerbissen verwöhnen die Veranstalter ihr Publikum mit kulinarischen Spezialitäten der Sinti. Tänze im Fackelschein, die farbige Illumination des Gutshof-Geländes und die palmengeschmückten Sternenzelte machen das gediegene Flair des Festivals aus. Für Regenschutzvorrichtungen auf dem Burghof ist gesorgt, so dass die Veranstaltung bei jedem Wetter stattfinden wird. Der Eintrittspreis beträgt 15 Euro. Karten gibt es nur direkt an der Abendkasse. Nähere Informationen sind im Internet unter www.festival-django-reinhardt.de zu finden.

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