Hildesheimer machen sich stark „gegen Gewalt an Frauen“

Das Dunkelfeld aufhellen

Eine leise Aktion, die dennoch viel Aufmerksamkeit erregt: Einige Passanten machen spontan mit. Foto: Kolbe-Bode

Hildesheim Jedes Jahr finden rund um den 25. November, dem internationalen Aktionstag „gegen Gewalt an Frauen“, unterschiedliche Aktionen statt. Unter dem Motto „laut und leise“ machte das Hildesheimer Aktionsbündnis auf den immer noch herrschenden Missstand, der Gewalt gegen Frauen, vor der Jakobikirche im Zentrum der Stadt aufmerksam.

Laut war es durch die Unterstützung der Trommelklasse der Anne-Frank-Schule. Viele Passanten wurden dadurch aufmerksam, blieben am Stand des Bündnisses stehen und informierten sich über die Aktion. Dafür bekamen sie eine von insgesamt 25 000 Brötchentüten, gefüllt mit einem Brötchen und einem kleinen Zettel mit Notrufnummern und Adressen, mit auf den Weg. Schirmherrin des Bündnisses „gegen Gewalt an Frauen“ ist die Bundestagsabgeordnete Brigitte Pothmer (Bündnis 90/ die Grünen), die erklärte: „2007 haben wir mit 7 000 Brötchentüten angefangen, die in einigen Bäckereinen verteilt wurden. Wir sind sehr froh, dass wir immer mehr Bäckereinen, Metzger und Supermärkte mit ins Boot bekommen, die unsere Aufklärungsarbeit unterstützen.“ Von der niederschwelligen Aktion mit den Brötchentüten ist die Politikerin überzeugt: „Auf diesem Wege gelangt das Thema und Informationen gegen Gewalt an Frauen mit hilfreichen Notrufnummern sehr diskret in die Haushalte.“

1 235 Betroffene

Im Anschluss wurde es leise rund um die Citykirche. Instrumentalmusik begleitete die Bündnis-Frauen, aber auch viele Passanten dabei, Lichter auf die mit Kreide gemalte Zahl 1 235 zu stellen. Selma Fuchs vom Frauenhaus erläuterte die Zahl: „So viele Frauen haben innerhalb eines Jahres im Frauenhaus oder den angegliederten Beratungsstellen Hilfe und Schutz vor Gewalt gesucht.“

Die Kerzen wurden all jenen Frauen zu Ehren aufgestellt, die den Mut aufbrachten, etwas zu ihrem Schutz zu unternehmen. Es ist nicht unbekannt, dass es ein hohes Maß an Mut kostet, sich gegen herrschende Gewalt zu stellen: „Mit jeder Frau, die sich traut, zu sprechen, wird das Dunkelfeld aufgehellt und Gewalt wird sichtbar gemacht. Das ist die Voraussetzung für Veränderung!“ ckb

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