„Initiative Neustadt“, Stadt Hildesheim und HAWK entwickeln Ideen um Ladenleerstände anzugehen

„Die Welt von morgen“

Sehr engagiert, um die Ladenleerstände zu bekämpfen: Dr. Gisela Renner (HAWK), Henner Lenfers (Initiative Neustadt), Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer und Wirtschaftsförderer Eckhard Homeister (von links). Foto: Zimmer

HILDESHEIM Im vergangenen Jahr lieferten die „Initiative Neustadt“, die Stadt Hildesheim und die Hochschule für angewandte Wissenschaft und Kunst (HAWK) eine Zusammenfassung der Ursachen für ein allgegenwärtiges Problem, das auch die Hildesheimer Neustadt stark betrifft: die zahlreichen Ladenleerstände.

Zu den Ursachen zählen laut Eckhard Homeister, Wirtschaftsförderer der Stadt Hildesheim, dass es kaum gut funktionierende Immobilien und zu wenig attraktive Angebote gebe. Hinzu komme, dass das Potenzial der Studierenden nicht ausreichend aktiviert werde. „Wie wir mit diesen Ursachen umgehen, wird sich im weiteren Prozess genauer entscheiden. In meinem Beruf denkt man nicht mehr in Zwei-Jahres-Abständen, man beginnt, auf Fünf- bis Zehn-Jahres-Abstände umzuschalten.“ So begründete er, dass Erfolge nicht sofort zu sehen seien, sondern ihre Zeit bräuchten. Wie diese Ursachen nun aber bekämpft, und wie die Neustädter Läden wieder mit mehr Leben gefüllt werden könnten, sollte bei dem Workshop „Die Welt von morgen - Wie lässt sich die Neustadt beleben?“ erarbeitet werden. Dieser fand am Donnerstag im Rahmen einer „Zukunftswerkstatt“ in der HAWK statt.

In drei Arbeitsgruppen entwickelten Studenten zusammen mit Bürgern, der „Initiative Neustadt“, dem Ortsrat und Vertretern der Stadt Konzeptideen, um grundlegende Entwicklungsziele verfolgen zu können. „Die präsentierten Ergebnisse können sich sehen lassen“, bemerkte Oberbürgermeister Dr. Ingo Meyer. Die Arbeitsgruppe um Dr. Gisela Renner, Verwaltungsprofessorin für Gemeinwesenarbeit an der HAWK, arbeitete an dem Thema „Angebote schaffen“. Renner fasste zusammen: „Wir haben festgestellt, dass Rituale ganz wichtig sind, und wir haben bereits gute Angebote, die nur noch weiter fortgeführt werden müssten.“ Ein weiterer wichtiger Punkt sei der Wochenmarkt und die Frage, wie man ihn attraktiver gestalten könnte. Hierzu kam die Idee auf, eine Umfrage zu starten, die die Bürger nach ihren Wünschen und ihrem Bedarf fragt. Eine Gruppe um Jörg Piprek beschäftigte sich mit allem, was Studenten betrifft. „Ich glaube, dass in den Studierenden ein großer Bestandteil der Neustadt steckt. In ihnen sehe ich eine große Kraft“, unterstrich er seine Zusammenfassung, die attraktives Leben und Wohnen beinhaltete. Die Gruppe um Frank Auracher hingegen beschäftigte sich mit den Immobilien selbst. Hier stach besonders heraus, dass die inhabergeführten Betriebe besonders gefördert werden müssten, da diese als Alleinstellungsmerkmal gelten würden. Allgemein seien diese Ergebnisse auch auf andere Städte anwendbar, da sich die Konzepte mit einer starken Bürgerbeteiligung entwickelten. Die Grundidee „Missstände erkennen – Hilfe Suchen“, um das Wissen anderer zu nutzen, würde in jeder Hinsicht funktionieren, so Homeister. lz

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