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„Die Kirche zeigt uns unseren Platz in der Welt“

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Paul-Gerhardt-Pastor Rainer Schwartzkopff feiert sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum mit einem Gottesdienst.
Paul-Gerhardt-Pastor Rainer Schwartzkopff feiert sein 25-jähriges Ordinationsjubiläum mit einem Gottesdienst.

Hildesheim Mit Ordinationsjubiläen ist es ein bisschen wie mit Hochzeitstagen – sie werden gerne mal vergessen. Nicht so in der Hildesheimer Paul-Gerhardt-Gemeinde. Dass Rainer Schwartzkopff vor 25 Jahren zum Pastor ordiniert wurde, war dem Kirchenvorstand sehr wohl bewusst. Mit einem Festgottesdienst am Sonntag, 26. Januar, um 10 Uhr in der Paul-Gerhardt-Kirche will die Gemeinde dem Ehrentag ihres Pastors einen würdigen Rahmen verleihen.

„Ich fand es schon beachtenswert, dass sich der Kirchenvorstand diese Gedanken gemacht hat“, freut sich Rainer Schwartzkopff. Seit 2005 ist er Pastor der Gemeinde. Vorher, ab 1999, war er schon in der Timotheus-Kirche aktiv. Die ist mittlerweile verkauft und in ein Zentrum für Weltmusik umgewandelt worden, die beiden evangelischen Gemeinden auf der Marienburger Höhe sind seit 2005 zu einer einzigen verschmolzen. „Ich glaube, ich bin in Hildesheim der erste Fusionspastor gewesen“, sagt Rainer Schwartzkopff schmunzelnd.

In Dannenberg geboren und in Lüneburg aufgewachsen, war Rainer Schwartzkopff die Laufbahn als Theologe durchaus nicht in die Wiege gelegt. Der Vater war Ingenieur, die Mutter stammte aus einer landwirtschaftlichen Familie. Doch in der Nachbarschaft hätten der Lüneburger Superintendent und der Landessuperintendent gewohn, das seien sehr positive und prägende Begegnungen gewesen, erzählt der 56-Jährige. Und: „Meine Großmutter war kirchlich sehr verbunden, das könnte eine Wurzel sein.“

So stand der Wunsch, Pastor zu werden, schon früh fest. Rainer Schwartzkopff studierte in Berlin an der Kirchlichen Hochschule und an der Freien Universität. „Das war damals eine Denkfabrik. Mit Gollwitzer. Und Rudi Dutschke habe ich auch nur kurz erlebt“, berichtet er über sein Studium, das eine Zeit des Aufbruchs gewesen sei. „Ich kam aus stabilen Verhältnissen und hatte immer Interesse am Instabilen“, so Rainer Schwartzkopff.

Sein Praktikum absolvierte er an der Reformierten Kirche in New Jersey und lernte ein halbes Jahr lang das Leben und Überleben im Großstadtmoloch kennen. Danach schloss er sein Theologiestudium in Hamburg und Göttingen ab, um gleich noch einmal für ein Jahr in die USA zu gehen. In Chicago studierte er amerikanische Kirchengeschichte bis zum Magisterabschluss.

Von Chicago aus ging es nach Wittingen in die Heide, wo er Vikar wurde. Nach einem kurzen Zwischenstopp in Röllinghausen bei Alfeld wurde er Anfang 1989 in Uelzen zum Pastor ordiniert. Seine zweite Pastorenstelle führte ihn bereits nach Hildesheim in die Lamberti-Kirche. Timotheus und Paul-Gerhardt folgten.

Sein Hauptaugenmerk gelte der Verkündigung, sagt Rainer Schwartzkopff. „Das Predigen geht mir nicht leicht von der Hand, aber es ist sehr erfüllend.“ So hat er auch alle Predigten seiner 25-jährigen Laufbahn aufgehoben. Zudem sei es ihm wichtig, Menschen in existenziell schweren Zeiten seelsorgerisch zu begleiten, ihnen zu helfen, Gedanken und Gefühlen Sprache zu verleihen. Dritter Schwerpunkt ist der Unterricht – für Konfirmanden wie für Erwachsene. Hier könne er christliche Werte weitergeben. „Ich bin mehr und mehr davon überzeugt, dass die Kirche nicht zuletzt Traditionsträgerin ist“, so der Pastor. „Sie zeigt, woher wir geistig kommen und welchen Platz wir in der Welt einnehmen.“

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