Bilanz im Weserbergland

Corona-Krise sorgt für alarmierendes Tourismus-Minus

Entwicklung der Übernachtungszahlen im Weserbergland von 2010-2020.
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Entwicklung der Übernachtungszahlen im Weserbergland von 2010-2020.

Kreis – Es sind Daten, die auch für die Region Leinebergland alarmierend sind, denn der Regionsverein ist Mitglied im Verein „Weserbergland-Tourismus“: Die Tourismuszahlen für 2020 spiegeln das „Ausnahmejahr“ wider. Im Weserbergland gab es Minus von 37 Prozent bei den Übernachtungen (1 740 678 Übernachtungen) und ein Minus von 46,6 Prozent bei den Ankünften (495 502 Ankünfte). Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer verlängerte sich auf 3,5 Tage (Vorjahr: drei Tage). Das Jahr startete mit Zuwächsen: „Mit einem Übernachtungsplus von 3,7 Prozent im Januar und 5,9 Prozent im Februar waren die Erwartungen für ein positiv verlaufendes Tourismusjahr geschnürt“, so Petra Wegener, Geschäftsführerin des Vereins „Weserbergland Tourismus“. Mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie wichen diese Erwartungen schnell der Realität. Die Betriebe waren für touristische Übernachtungen von Mitte März bis Mai und ab November komplett geschlossen, so dass Reisende in nur rund sieben Monaten beherbergt werden durften. Und auch zwischen Juni und Oktober konnten die regulären Übernachtungszahlen aus den Vorjahren nicht erreicht werden. Das geringste Übernachtungsminus betrug im August 19,6 Prozent. 

Ein deutlicher Anstieg an Anfragen zu den Themen Radfahren und Wandern zeigte sich mit den ersten Lockerungen. Insbesondere Tagestouren kamen, und viele Besucher aus der näheren Umgebung, aber auch eine jüngere Zielgruppe nutzen die Angebote im Weserbergland. Besonders gefragt waren die Übernachtungen in Ferienwohnungen und auf den zahlreichen Camping- und Wohnmobilstellplätzen, die jedoch größtenteils nicht statistisch erfasst werden, da die Zahlen des Landesamtes für Statistik nur gewerbliche Betriebe ab zehn Betten enthalten. „Die Arbeit des Tourismusverbandes hat sich in den vergangenen Monaten auf die Aktualisierung der digitalen Angebote und die Planung von Kampagnen für den Neustart des Tourismus konzentriert. So sind unter anderem eine neue Internetseite und ein digitales Reisemagazin für das historische Weserbergland entstanden. Der Tourismus gehört im Weserbergland zu einer wichtigen Querschnittsbranche, die sehr unter den bisherigen Auswirkungen gelitten hat und deren Folgen noch nicht komplett abzusehen sind“, resümiert Petra Wegener: „Wir hoffen nun inständig, dass die Betriebe bald wieder öffnen können und wir dann auch die ersten Gäste bei uns begrüßen dürfen.“ 

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