Kreistag: RVHI erhält Direktvergabe der Bus- und Verkehrsleistungen

Busfahrpreise steigen an

Olaf Levonen (l.) und Kai Henning Schmidt halten die Direktvergabe der Bus- und Verkehrsleistungen für eine gute Lösung.

HILDESHEIM Zum ersten Februar müssen die Fahrgäste des Stadt- und Regionalverkehrs (SVHI und RVHI) für ihre Busfahrten wieder tiefer in die Tasche greifen. Die Preise für Stadtfahrten erhöhen sich um etwa drei Prozent, die Fahrten im Landkreis kosten dann etwa 3,5 Prozent mehr Geld.

Im Hildesheimer Stadtverkehr kostet die Einzelfahrt künftig 2,30 Euro, anstelle von 2,25 Euro im Vorjahr. Der Preis für das Tagesticket für eine Person erhöht sich um 20 Cent auf 5 Euro und die Monatskarte für Auszubildende ist mit 43,10 Euro um 1,30 Euro teurer geworden. Die Preise des Regionalverkehrs richten sich nach der Kilometerzahl die der Kunde im Bus mitfährt. Die kürzeste zu bezahlende Strecke beträgt vier Kilometer und die längste 50 Kilometer. Eine Wochenendkarte in dem Tarif von fünf bis sechs Kilometern kostet dann 16,80 Euro, anstelle von 16,20 Euro. Die Schülermonatskarte, die im Tarif bis zehn Kilometer gültig ist, ist um 2,10 Euro teurer geworden und kostet 61,60 Euro. Kürzungen im Angebot oder der befahrenen Strecken soll es nicht geben. Der beliebte Nachtbus wird auch weiterhin die Nachtschwärmer am Wochenende befördern. Die Preiserhöhungen werden mit der Anpassung auf gestiegene Betriebskosten begründet. Im vergangenen Jahr haben die Hildesheimer Verkehrsunternehmen zusammen rund 19 Millionen Fahrgäste befördert und über 270 Mitarbeiter beschäftigt. In einer Sitzung hat der Hildesheimer Kreistag beschlossen, dass eine Direktvergabe der Bus- und Verkehrsleistungen im Landkreis an den RVHI erfolgen soll. Der Vertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren regelt den Umfang der Leistungen, festgeschriebene Sicherheits- und Qualitätsstandards sowie die finanziellen Ausgleichszahlungen, die der Landkreis für die Gewährleistung des ÖPNV leisten wird. Für 2014 wird eine Ausgleichszahlung in Höhe von etwa zwei Millionen Euro erwartet. Der Betrag beinhaltet auch finanzielle Positionen, die der Landkreis bisher schon zusätzlich bezahlt hat, wie beispielsweise jährlich 350 000 Euro für den Nachtbus.

Der Landkreis Hildesheim ist an dem Hildesheimer Verkehrsunternehmen mit 75,1 Prozent beteiligt, die Stadtwerke Hildesheim AG halten 24,9 Prozent. Der erste Kreisrat Olaf Levonen erklärte: „Der ÖPNV gehört zur Daseinsvorsorge des Landkreises Hildesheim. Dafür sind wir verantwortlich. Wir unterschreiben diesen Vertrag mit einem Unternehmen, an dem wir Haupteigner sind und das wir kennen und schätzen. Dieser Vertrag hat für beide Seiten eine hohe Verlässlichkeit.“

Im Vertrag sind die Risiken und Chancen zwischen Landkreis und der RVHI angemessen verteilt worden, wobei das Kosten- und Kalkulationsrisiko sowie teilweise das Ertragsrisiko weiterhin beim RVHI liegen. Kai Henning Schmidt, Geschäftsführer des RVHI meinte: „Mit der Direktvergabe ist eine gute Lösung für den ÖPNV im Landkreis und das Unternehmen RVHI und seine Mitarbeiter gefunden worden.“

Die Alternative zur Direktvergabe wäre eine europaweite Ausschreibung gewesen. In den Reihen des Kreistages wurde dabei allerdings befürchtet, dass die Fahrpreise noch höher steigen, oder fremde Unternehmen zu Dumpingpreisen fahren und die geforderten Standards auf Dauer nicht einhalten können.

Zurzeit arbeitet das Verkehrsunternehmen weiterhin an der Einführung des Tarifverbundes. Die größte Hürde ist dabei die einheitliche Technik in den Bussen.

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