Sanierung kostet rund 65 000 Euro

Brücke im historischen Gewand

Fachleute schwenken die Brücke ein: Das jetzt neu geschaffene Bauwerk zwischen den Teichen wurde von Andreas Praus (Stadt Hildesheim, Leiter Ingenieur-Bau) entworfen.

HILDESHEIM Die seit 2012 aus Verkehrssicherungsgründen gesperrte Brücke zwischen den Teichen im Ernst-Ehrlicher-Park wurde neu gestaltet und nun nach Abschluss der Arbeiten wieder freigegeben.

Der Überbau nach historischem Vorbild wurde dank des Nachlasses, den eine Hildesheimer Bürgerin der Stadt Hildesheim zum Erhalt von Bau- und Kunstdenkmälern vermacht hat, ermöglicht. Die Gesamtkosten der ausschließlich für den Fußgänger- und Radverkehr konzipierten Einfeldbrücke aus Stahl mit Überbogen, schmiedeeisernem Geländer, Holzbohlenbelag und Geländerverlängerungen an Postamenten aus Naturstein belaufen sich auf rund 65 000 Euro, etwa ein Drittel der Kosten konnte aus der Erbschaft getragen werden. Der Ernst-Ehrlicher-Park wurde um 1893 als „Dyes-Park“ im Stil eines englischen Landschaftsgartens angelegt. Aus dieser Zeit haben sich der Grundriss, die topographische Struktur, die Gewässer und Wegeführungen sowie teilweise die alten Baumbestände wie Sumpfzypresse, Fächerblattbaum, Mehlbeerenbaum und Appalachen-Rosskastanie erhalten.

Der Ernst-Ehrlicher-Park war kein einfacher Stadtpark, sondern als Landschaftsgarten mit Borkenhütte und Gartenhäusern ein eigenständiges Kunstwerk und damit mehr als nur ein innerstädtisches Naherholungsgebiet. Nicht oder nur in Fragmenten erhalten haben sich aus der Entstehungszeit die Brücken des Parks. „Leider sind bislang keine Zeichnungen oder Fotos bekannt, die zeigen, wie die Brücken einst ausgesehen haben“, so die städtische Denkmalpflegerin Dr. Maike Kozok. Die jetzt neu geschaffene Brücke zwischen den Teichen wurde von Andreas Praus (Stadt Hildesheim, Leiter Ingenieur-Bau) entworfen. Vorbild für die Gestaltung waren die Balkonbrüstungen der einst nahe gelegenen Krankenhauspavillons. „Die Farbgebung der Brücke sollte sich vom umgebenen Grün abheben, aber nicht zu stark auffallen. Deshalb wurde gemeinsam die Farbe Ozeanblau gewählt“, so Dr. Kozok. Die Neugestaltung stößt bereits auf positive Resonanz: Ortsbürgermeister Volker Hehenkamp lobte die Umsetzung im Rahmen der öffentlichen Vorstellung und zeigte sich von dem neuen Bauwerk in historischem Gewand sichtlich begeistert.

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