Neujahrsempfang der IHK: 500 Gäste

„Brauchen qualifizierte Arbeiter“

Festredner und Gastgeber des traditionellen Neujahrsempfangs der IHK (v.l.): Prof. Dr. Kristian Folta-Schoofs, Dr. Hannes Rehm, Jens Koch sowie der Hildesheimer Geschäftsstellenleiter Marc Diederich und Hauptgeschäftsführer Dr. Horst Schrage. Foto: Kolbe-Bode

HILDESHEIM Zum IHK Neujahrsempfang kamen mehr als 500 Gäste aus der regionalen Politik und Wirtschaft im Festsaal der Robert-Bosch GmbH zusammen. Die Festreden vom IHK Präsidenten Dr. Hannes Rehm und Vizepräsidenten der IHK Hannover Jens Koch, vermittelten einen umfassenden Eindruck der niedersächsischen Wirtschaftslage.

Dr. Rehm berichtete von einem Anziehen der wirtschaftlichen Dynamik in der zweiten Jahreshälfte 2013 und einer guten Ausgangssituation für 2014. Auch sei die Stagnation in einigen europäischen Ländern offensichtlich überwunden, die bei der Betrachtung der konjunkturellen Perspektive von Bedeutung sei. Mit einem Blick in die Zukunft sagte er: „Wir sollten uns bewusst sein, dass wir allein wegen der Demografie in den nächsten Jahren rund 1,5 Millionen qualifizierte, ausländische Arbeitskräfte brauchen, um unser Wachstum und unsere Sozialsysteme zu stabilisieren.“

Kritisch zeigte er sich gegenüber den festgesetzten Mindestlöhnen und meinte: „Die jetzt vorgeschlagenen Mindestlöhne nutzen zunächst nur dem, der tatsächlich Arbeit hat und gefährden bestimmte Beschäftigungsverhältnisse, beispielsweise von Aushilfskräften, die nur vorrübergehend einer Beschäftigung nachgehen.“ Es gilt auch Sorge dafür zu tragen, dass der Mindestlohn nicht dazu führt, dass sich Jugendliche, anstatt eine Ausbildung zu beginnen, einen Job mit Mindestlohn und einem kurzfristigen Mehrverdienst suchen. Vor dem Hintergrund abnehmender Schülerzahlen müsse noch stärker herausgestellt werden, dass eine duale Ausbildung eine hervorragende Grundlage für den Einstieg ins Berufsleben biete. Im vergangenen Jahr wurden in der IHK Region rund 10 000 Ausbildungsverträge geschlossen. Er rief die anwesenden Unternehmer dazu auf, weiter auf hohem Niveau auszubilden, auch wenn die Suche nach qualifiziertem Nachwuchs immer schwieriger werde. Ganztagsschulen und Krippen sieht Rehm als gute Voraussetzungen dafür, dass der Bildungserfolg nicht von der sozialen Herkunft der Kinder und Jugendlichen abhängig ist. Positiv wertet er die im Jahr 2010 eingeführte „Offene Hochschule“, bei der auch die duale Berufsausbildung zur fachgebundenen Studienberechtigung führt. Die IHK werde sich für den Aufbau berufsbegleitender Studienangebote und transparente Anrechnungsverfahren einsetzen, versprach Rehm. Erfreut berichtete er von dem erneut gesenkten IHK Beitrag für die Mitgliedsunternehmen, der sogar rückwirkend für 2013 vollzogen werde. Dadurch werden kleine und mittelständische Betriebe entlastet. Mit scharfen Worten kritisierte Koch die Politik, die auf Probleme wie die Demografie, Energiewende und die Verkehrsinfrastruktur kaum Antworten zu bieten habe.

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