Bosch hält an Ausgliederung oder Partnersuche fest

„Bisher nur eine Absicht“

Düstere Stimmung über dem Bosch-Werk im Hildesheimer Wald: Die Mitarbeiter fürchten um ihre Arbeitsplätze, seitdem das Unternehmen die Absicht bekannt gegeben hat, den Geschäftsbereich Starter und Generatoren ausgliedern zu wollen. Foto: Kolbe

HILDESHEIM „Es handelt sich bislang lediglich um eine Absicht“, betont Joachim Siedler, Sprecher der Robert Bosch GmbH und bezieht sich auf die Ankündigung des Unternehmens, den Geschäftsbereich Starter und Generatoren ausgliedern und verkaufen oder gemeinsam mit einem Partner weiterführen zu wollen. Dies sieht die Belegschaft, unterstützt von der IG Metall, bereits als Risiko und bangt um ihre Arbeitsplätze.

„Das Unternehmen ist davon überzeugt, dass die Wachstumschancen eher gesteigert werden können, wenn Bosch dies nicht alleine übernimmt“, begründet Joachim Siedler die Entscheidung der Geschäftsführung. Im Bereich Starter und Generatoren handele es sich um einen wettbewerbsintensiven Markt. So sei Bosch zwar in Europa stark, in Asien und Nordamerika aber eher unterdurchschnittlich aufgestellt.

Der Geschäftsbereich Starter und Generatoren betrifft 13 Produktionsstandorte weltweit mit rund 6 500 Mitarbeitern. Einer hiervon ist das Leitwerk in Hildesheim. „Es sind alle Standorte betroffen, nicht speziell Hildesheim“, so Siedler. Und es ginge dem Unternehmen nicht „in erster Linie um Stellenabbau“, spricht er einen „großen Vorteil“ für Hildesheim an: Hier wurde er vor wenigen Wochen ein Standortsicherungsvertrag unterzeichnet, in dem vereinbart wurde, dass bis Oktober 2018 auf betriebsbedingte Kündigungen verzichtet wird. „Das Unternehmen legt Wert darauf, dass diese Vereinbarung von einem zukünftigen Partner oder Käufer übernommen wird“, versichert Joachim Siedler, daher sei der Stellenabbau kein Thema.

So könne er verstehen, dass eine Veränderung im Arbeitsleben nie Freude auslöse. Doch um wettbewerbs- und vor allem zukunftsfähig zu bleiben, habe sich das Unternehmen entschieden, nach einem Partner oder Käufer weltweit Ausschau zu halten. „Die Suche kann Wochen oder Monate dauern“, spricht Siedler von einem längeren Prozess. Er geht derzeit davon aus, dass sich an den generellen Strukturen nichts ändere. Es sei im Sinne der Branche und ihrer Abnehmer, „Local für Local“ zu arbeiten – das heißt, deutsche Autobauer legen Wert darauf, ihre Teile auch standortnah erwerben zu können. „Ich kann die Ängste, Sorgen und Nöte der Belegschaft nachvollziehen“, spielt Siedler darauf an, dass diese ernst genommen würden. Unter anderem deshalb sei auch vorgesehen, dass sich bei einer Betriebsversammlung am Donnerstag auch ein Mitglied aus der Geschäftführung in Stuttgart in Hildesheim einfinde. „Der Tenor bleibt, aber wir sind bereit, Erläuterungen auf einer Gesprächs- und Sachebene zu geben.“ Alles andere sei dann Sache des Werksleiters.

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