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„Beeindruckend, wie immer wieder der Stabwechsel gelingt“

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Lesungen und reger Austausch: Das Festival „Prosanova“ ist von hoher kultureller Qualität.
Lesungen und reger Austausch: Das Festival „Prosanova“ ist von hoher kultureller Qualität.

HILDESHEIM Sie schlagen Brücken, von der Uni in die Stadt Hildesheim: Professor Michael Gehler und Studierende des Kreativen Schreibens wurden dafür ausgezeichnet. Die Preise der Universitätsgesellschaft Hildesheim würdigen „besonderes Engagement und herausragende Leistung zur Gestaltung einer offenen Bildungslandschaft zwischen Universität und Öffentlichkeit“. Sie sind mit jeweils 1 000 Euro dotiert.

Die Auszeichnung würdigt die Arbeit aller Kulturwissenschaftsstudierenden, die seit 2001 mit der Literaturzeitschrift „Bella triste“ und seit 2005 mit dem Literaturfestival „Prosanova“ Hildesheim bundesweit zum Markennamen für junge Literatur entwickelt haben, sagte Dr. Hartmut Häger während der Verleihung des Preises der Universitätsgesellschaft Hildesheim für Studierende. „Es ist tief beeindruckend, wie den Studierenden seit 13 Jahren immer wieder der Stabwechsel in der Bella-triste-Redaktion gelingt, bei gleichbleibend hoher Qualität der Zeitschrift für Literatur und des Festivals für junge Literatur.“ Den Preis nahm, stellvertretend für alle mitwirkenden Studierenden, das derzeitige Herausgeberteam der Literaturzeitschrift entgegen: Karl Wolfgang Flender, Juan Guse, Benjamin Quaderer, Stefan Vidovic, Lena Vöcklinghaus und Juli Zucker.

Prof. Dr. Michael Gehler erhält den Preis der Universitätsgesellschaft für Lehrende. „Wie entstehen Konflikte, wie entstehen Kriege, wie kann man sie vermeiden? Diese Fragen bewegen Michael Gehler. Ihm gelingt es, dass auch Wissenschaft leicht verständlich wird und nicht einen künstlich akademischen Abstand zu Menschen erzeugt“, sagte Dr. Rainer Hermeling in seiner Laudatio. Seit fast zehn Jahren veranstaltet der Historiker der Uni Hildesheim die „Europagespräche“, eine öffentliche und wöchentliche Vortragsreihe, in der Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Diplomatie über aktuelle und historische Themen europäischer Zeitgeschichte und europäischer Integration sprechen. Michael Gehler, der an der Universität in Innsbruck Geschichte und Deutsche Philologie studierte, promovierte 1987 mit Auszeichnung über die „Studentenschaft an der Universität Innsbruck von 1918 bis 1938“. Forschungsaufenthalte führten ihn nach Wien, Paris und London, nach Washington, Dallas, New Orleans, Gainesville und Minnesota; Gastprofessuren nach Salzburg und Leuven. Vor 20 Jahren startete er die Herausgabe der Reihe „Arbeitskreis Europäische Integration – Historische Integration“ im Böhlau-Verlag, zunächst am Institut für Zeitgeschichte in Innsbruck und ab 2007 fortgesetzt in Hildesheim. 1999 habilitierte Michael Gehler mit dem Thema „Vom Telegraphenamt zum Ballhausplatz – Karl Gruber und Österreichs Außenpolitik bis zum Scheitern der Staatsvertragsverhandlungen 1924 bis 1949“. Er wirkte am Graduiertenkolleg der DFG „Politische Kommunikation zur Herrschaftslegitimation, von der Antike bis zum 20. Jahrhundert“ in Kooperation mit den Universitäten Trient, Bologna, Innsbruck mit. An der Stiftungsuniversität Hildesheim ist der Historiker Institutsdirektor für Neuere Deutsche und Europäische Geschichte und Inhaber des „Jean-Monnet-Chair für vergleichende europäische Zeitgeschichte und Geschichte der europäischen Integration“.

„Sein Büro ist gefüllt mit Detailzeugen unglaublicher Schaffenskraft. Michael Gehler ist zusätzlich in vielen universitären Gremien und Verwaltungskreisen beteiligt, seine außeruniversitären Aktivitäten, Mitgliedschaften in Gremien und Vereinen veranlassen zu großem Staunen. Ihr Tag muss 48 Stunden haben“, so Rainer Hermeling in seiner Laudatio. Namhafte Historiker versammelte Michael Gehler anlässlich des 1000-jährigen Jubiläums der St. Michaelis-Kirche in Hildesheim, um über „Imperien und Reiche in der Weltgeschichte“ zu debattieren. Zwei sehr umfangreiche Teilbände erschienen dazu 2014, „möglicherweise werden sie zu Standardwerken über Imperien und Reiche“, so Hermeling.

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