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279 Asylbewerber leben im Landkreis

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„Wir müssen uns der Verantwortung stellen, die wir den vielen Menschen gegenüber haben, die unserer Hilfe bedürfen“, betont Landrat Reiner Wegner vor Vertretern aus den Kommunen und zahlreichen Ehrenamtlichen bei der Auftaktveranstaltung zur Asyl- und Flüchtlingssituation im Hildesheimer Kreishaus. Fotos: Oelkers
„Wir müssen uns der Verantwortung stellen, die wir den vielen Menschen gegenüber haben, die unserer Hilfe bedürfen“, betont Landrat Reiner Wegner vor Vertretern aus den Kommunen und zahlreichen Ehrenamtlichen bei der Auftaktveranstaltung zur Asyl- und Flüchtlingssituation im Hildesheimer Kreishaus. Fotos: Oelkers

Hildesheim Das Klima im Landkreis wandelt sich und dieser Wandel ist durchaus zu begrüßen. Anders als in der Vergangenheit wollen die Städte und Gemeinden im Landkreis Hildesheim Zuwanderern bessere Startbedingungen geben und eine Willkommenskultur etablieren. „Wir müssen uns der Verantwortung stellen, die wir den vielen Menschen gegenüber haben, die unserer Hilfe bedürfen“, unterstrich Landrat Reiner Wegner vor Vertretern aus den Kommunen und zahlreichen Ehrenamtlichen bei einer Auftaktveranstaltung zur Asyl- und Flüchtlingssituation.

Angesichts der fatalen Lage in vielen Teilen der Welt ist absehbar, dass die Flüchtlingsströme eher zu- und nicht abnehmen werden. Derzeit leben im Landkreis Hildesheim 279 Asylbewerber, denen weitere Männer, Frauen und Kinder folgen werden. Für die Anmietung von Wohnraum ist, wie Dezernent Helfried Basse ausführte, mittlerweile ein Kriterienkatalog erstellt worden. Ziel des Landkreises ist eine gleichermaßen flächendeckende wie vernünftige Verteilung der Flüchtlinge auf die einzelnen Ortschaften. „Es macht keinen Sinn“, so Basse, „in einem 300-Seelen Dorf 30 Asylbewerber unterzubringen“.

Der Kreistag hat für das zweite Halbjahr 2014 Finanzmittel in Höhe von 60 000 Euro zur Verfügung gestellt. Aus diesem Topf wird unter anderem die Arbeit ehrenamtlich Tätiger in den Städten und Gemeinden gefördert, eine Stelle beim Verein Asyl bezuschusst und die Erstellung einer mehrsprachigen Informationsmappe finanziert.

Dr. Margitta Rudolph, Leiterin der Volkshochschule Hildesheim, stellte die in ihrem Haus erarbeitete und als erste Orientierungshilfe für Zuwanderer gedachte Willkommensinformation vor. Neben allgemeinen Informationen soll die jederzeit leicht ergänz- und aktualisierbare Mappe regionalspezifische Informationen enthalten, darunter die Kontaktdaten von Ansprechpartnern in den jeweiligen Gemeinden, örtliche Hilfs- und Beratungsangebote jedweder Art sowie die Adressen der vor Ort existierenden Vereine.

Schon im Juli will die Volkshochschule landkreisweit Sprachkurse anbieten, in denen ein erster Zugang zur deutschen Sprache und alltagstaugliche Grundkenntnisse vermittelt werden sollen. Auch Besonderheiten wie das immer wieder als Problem auftauchende Thema Mülltrennung, Normen und Werte sollen im Rahmen von Infomappe und Sprachkursen aufgegriffen werden.

„Nicht nur Gremien sind wichtig“, betonte Dr. Cornelia Ott in der anschließenden Aussprache und Diskussion. Die Kreistagsabgeordnete aus Nordstemmen brach eine Lanze für die Aufnahme von Zuwanderern in die dörfliche Gemeinschaft: „Willkommenskultur muss auch bedeuten, dass die Menschen ins Dorfleben integriert werden.“ oel

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