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Besuch bei einer Königin

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Jungimker machen ihre ersten Erfahrungen mit den fleißigen Insekten.
Jungimker machen ihre ersten Erfahrungen mit den fleißigen Insekten. © Reinhard Hoppenheit

Hevensen – Einmal eine echte Königin aus der Nähe beobachten und bei den Kämpfen zur Verteidigung des Volkes dabei sein. Dieses Abenteuer konnten Kinder im Alter zwischen sechs und zwölf Jahren während der Bienenerlebnistage im Rahmen des Ferienprogramms der Stadt Hardegsen auf dem Internationalen Schulbauernhof in Hevensen erleben. Zunächst ging es um den Schatz, das gelbe Gold, den Honig. Die Abenteurer verkosteten zunächst verschiedene Sorten und gingen der Frage nach, warum eigentlich jeder Honig anders schmeckt. „Wie viele Flüge sind nötig, um ein Glas Honig zu sammeln?“, war unter anderem die Frage eines Kindes. Grund genug für die begleitende Pädagogin Julia Reimelt, zusammen mit den Kindern zur Streuobstwiese des Bauernhofes zu gehen. 

Mit Schleier ausgestattet, standen die Jungimker vor den Bienenstöcken. Als erstes fiel der rege Flugbetrieb vor den Fluglöchern auf. Ein Kind entdeckte am Schaukasten einen Eindringling: Eine Wespe saß auf einer Wabe. Schnell griff das Verteidigungssystem des Volkes, und der Eindringling wurde unsanft herausgeworfen. Nun konnte die Schatzkammer der Bienen in Ruhe unter die Lupe genommen werden. In den Waben lagert nicht nur der goldglänzende Honig, mal verdeckelt, mal unverdeckelt. In vielen Waben entwickeln sich die Maden, aus denen später die Bienen werden. Andere Waben leuchten lila, gelb, manche schwarz durch die darin lagernden Pollen. Dazu erklärte die Bienenpädagogin: „Jede Biene hat ihre Aufgabe: Die einen kümmern sich um die Aufzucht, die anderen putzen, wieder andere sammeln den Nektar. Die Bienen sind top organisiert.“ Und auch die Königin entdeckten die Kinder. Sie ist mit einem farbigen Punkt auf dem Rücken markiert, damit man sie leichter finden kann. Und sie ist viel größer als die anderen Bienen, schließlich muss sie den ganzen Tag Eier legen.

Aber nicht nur die Königin hatte es den Kindern angetan, auch die männlichen Bienen, die Drohnen, die nicht stechen können, lösten Begeisterung aus. „Das war toll, und am besten hat mir der Drohn gefallen. Von der Wiese bis zum Bauernhof blieb er auf meiner Hand sitzen“, resümiert der sechsjährige Joshua. Auch Julia Reimelt als Pädagogin war begeistert. „Es ist immer wieder schön zu sehen, wie schnell sich Kinder von den Bienen und ihrem Leben faszinieren lassen. Auf einmal beobachten sie sehr konzentriert und für lange Zeit diese kleinen Lebewesen. Bienen eröffnen den Kindern einen leichten Zugang zur Natur insgesamt.“ Zurück auf dem Schulbauernhof, schlüpften die Kinder in die Rolle der Sammelbienen und versuchten spielerisch, so viel Nektar wie möglich zu sammeln. Zur Belohnung durften sie noch etwas Honig direkt aus einer Honigwabe schlecken. Ein Bastelangebot zur Biene rundete den Tag auf dem Internationalen Schulbauernhof ab. Ermöglicht wurden die Bienenerlebnistage von der Initiative „Bienen machen Schule“ des Vereins Mellifera. rh

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