Neue Wege einschlagen

GRONAU  „Gleichheit für alle Kinder“ – dieses Motto hat sich der Kinderschutzbund Gronau auf die Fahnen geschrieben. „Wir sind eben kein Spaßverein“, stellt Vorsitzende Elvira Reck klar: „Es ist uns wichtig, auf Missstände hinzuweisen.“

Größtes Feld des Kinderschutzbundes sei es, der „wachsenden Armut“ entgegenzuwirken, wie Elvira Reck informiert. Aber: „Es ist so schwierig, etwas zu erreichen“, bedauert die Vorsitzende. Um die 20 bedürftige Familien gebe es in der Leinestadt. Auch alleinerziehende Mütter hätten es oftmals schwer, wie im Gespräch mit Elvira Reck deutlich wird. Der Kinderschutzbund versuche daher, in sämtlichen Bereichen zu unterstützen: Beispielsweise wird zwölf Kindern das Mittagessen in der Gronauer Grundschule ermöglicht. „Alles, was mit Bildung zu tun hat, versuchen wir gleich zu unterstützen“, will sie bürokratielose Hilfe anbieten. „Unser großes Anliegen ist auch das Freibad in Gronau“, schildert sie, dass es im Sommer ein Gespräch mit Kommunalpolitikern gegeben hat. In diesem Rahmen hat der Kinderschutzbund eine Liste mit Wünschen überreicht, um allen Menschen die Nutzung des Freibades zu ermöglichen. „Wir fordern zum Beispiel besser gestaffelte Preise“, sagt die Vorsitzende, die noch dazu darauf hinweist, dass im Ferienpass der Samtgemeinde keine Freikarten für das Freibad in Gronau als einzige Einrichtung enthalten sind. Das Bildungs- und Teilhabe-Paket (BuT) sei ihrer Meinung nach keine Lösung: „Die Eltern müssen das Geld erst einmal vorstrecken – und das können sie oftmals schon nicht“, erklärt sie. Auch würden Familien angesichts von bürokratischen Hürden kaum mit dem BuT zurechtkommen. Eine große Aufgabe will der KSB gleich im Januar anpacken: „Seit wir im Bürgermeisterhaus anzutreffen sind, fehlt uns der Zulauf“, bedauert Elvira Reck, die sich gemeinsam mit ihrem Team viel von der nun zentralen Lage versprochen hatte. „Wir müssen uns im kommenden Jahr Gedanken machen, wie wir neue Wege finden können, das Haus mit Leben zu füllen“, sagt sie. An Sponsoren mangelt es dem Kinderschutzbund aber nicht, freut sich Elvira Reck über die große Bereitschaft. Was allerdings noch dringend gebraucht wird, sei Manpower. Der Verein zählt rund 50 Mitglieder, aktiv sei meist aber nur der Vorstand. Angesichts fehlender Hilfe musste daher in diesem Jahr so manche Veranstaltung ausfallen. „Die Zusammenarbeit im Netzwerk Kinder- und Jugendarbeit aber ist ein Gewinn“, blickt die Vorsitzende auf erfolgreiche Aktionen zurück, die dank gebündelter Kräfte ermöglicht werden konnten. Hier wolle man weiter arbeiten. Auch soll es im September eine große Aktion zum Weltkindertag geben, mit der der KSB gleich sein zehnjähriges Bestehen feiern möchte. Verstärkung könnte beispielsweise auch aus Duingen kommen: „Wir haben offene Türen für alle“, lädt Elvira Reck Interessierte ein, mitzuarbeiten. Sie können sich telefonisch unter 05182/908053 oder im Rahmen der Sprechstunde mittwochs in der Zeit von 16 bis 17 Uhr an den KSB im Bürgermeisterhaus wenden.

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