Zahlenwerk für Grundschuldebatte wird angezweifelt – Verwaltung klärt Missverständnis auf

„Nicht Äpfel mit Birnen vergleichen!“

Fachbereichsleiterin Stephanie Klages (links) und ihre Stellvertreterin Nadine Winnefeld blicken auf das Zahlenwerk: „Wir haben versucht, größtmögliche Transparenz zu schaffen.“

GRONAU Immer wieder wird im Rahmen der Schuldebatte das von der Verwaltung vorgelegte Zahlenwerk angezweifelt – allen voran dabei, 26 Kinder aus dem Schulbezirk der Gronauer Grundschule, die beim Klassenwechsel einfach verschwinden. Fachbereichsleiterin Stephanie Klages und ihre Stellvertreterin Nadine Winnefeld klären im Rahmen eines Gesprächs mit der LDZ dieses Missverständnis nun auf.

„Wir haben versucht, größtmögliche Transparenz zu schaffen“, betont Stephanie Klages und blättert in den umfangreichen Anlagen der Beschlussvorlage zu diesem Themenkreis. Nun zeigt sie auf eine Anlage, in der die tatsächlichen Schülerzahlen sowie eine Prognose für die kommenden Jahre aufgelistet sind – geordnet nach Schulbezirken. Genau hier entsteht das Missverständnis, das bei vielen Eltern offenbar Fragen aufgeworfen hat: Vergleicht man die tatsächlichen Schülerzahlen dieses Schuljahres mit den prognostizierten Daten der kommenden Jahre verschwinden plötzlich Kinder. Wie Nadine Winnefeld erläutert, ergibt sich diese Abweichung unter anderem durch die starke Inanspruchnahme der Ganztagsschule Gronau, durch Kinder aus den Schulbezirken Banteln und Eime sowie durch die frühzeitige Einschulung von Kann-Kindern und Schulwiederholern. „Generell aber dürfen nicht Äpfel mit Birnen verglichen werden“, sagt Stephanie Klages. Ihre Stellvertreterin Nadine Winnefeld pflichtet bei: „Die Zahlen dienen nicht dazu, sie miteinander zu verquicken.“ Immerhin handelt es sich hier um Planzahlen, die anhand des Melderegisters der schulpflichtigen Kinder errechnet und nach Schulbezirken aufgedröselt wurden. Diese wurden auch nicht für die von der Kommission erarbeitete Matrix verwendet. Als Arbeitsgrundlage dienten hier nur die aktuellen Ist-Zahlen sowie die Anmeldezahlen für das kommende Schuljahres. Mit den Planzahlen wolle die Verwaltung lediglich aufklären und die Entwicklung der Schülerzahlen sowie der Zügigkeiten in den Schulbezirken verdeutlichen. Laut Prognose wird die Schülerzahl in der Samtgemeinde von derzeit 470 auf 306 im Schuljahr 2019/2020 sinken. „Seit 2001 wird dieses Verfahren angewendet“, informiert Nadine Winnefeld, dass es sich hier um ein altbekanntes System handelt, um eben einen – wohlgemerkt dramatischen – Trend aufzuzeigen. Mit tatsächlichen Zahlen in der Zukunft zu arbeiten, sei aus vielerlei Gründen nicht möglich: „Da kommen Fragen auf, die heute noch niemand beantworten kann“, verdeutlicht die stellvertretende Fachbereichsleiterin: Wie werden sich Mütter und Väter entscheiden? Immerhin könnten Eltern aus der kompletten Samtgemeinde Gronau ihre Kinder in die Grundschule der Leinestadt schicken, um das Ganztagsschulangebot in Anspruch zu nehmen. Wie viele frühzeitige Einschulungen von Kann-Kindern werden vorgenommen? Wie viele Schulwiederholer wird es geben? Und welche Kinder haben eine Ausnahmegenehmigung? Solche Fragen bereits im Vorfeld zu beantworten, wäre „Kaffeesatzleserei“, betont Stephanie Klages. Wie die Erfahrung bei solchen Prognosen jedoch gezeigt hat, sind es „sehr verlässliche Zahlen“, sagt Nadine Winnefeld – wobei die Schulen stets über einen gewissen Handlungsspielraum verfügen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare