Fusion: Brüggen liegen zwei Alternativen vor / Rat Rheden wird heute Abend seine Entscheidung treffen

„Wohin fährt der Zug“ der Gemeinden?

Hartmut Leske: „Im Großen und Ganzen wird das durchgehen.“

BRÜGGEN / RHEDEN Nachdem sich die Gemeinden Betheln und Despetal längst dazu entschlossen haben, sich der Stadt Gronau anzuschließen, steht nun bei zwei weiteren Mitgliedsgemeinden, nämlich in Brüggen und Rheden, die Diskussion an. Im Rahmen ihrer Ratssitzungen soll die Politik eine Entscheidung treffen.

„Wir haben uns noch nicht 100-prozentig entschieden“, zeigt sich Brüggens Bürgermeister noch vorsichtig. Vorgreifen wolle Eduard Plachta dem Thema nicht. Denn noch gebe es verschiedene Meinungen in dieser Angelegenheit: Immerhin stehen zwei mögliche Beschlüsse im Raum – entweder die Gemeinde Brüggen handhabt es wie das Despetal und Betheln und erklärt die Absicht, mit der Stadt Gronau fusionieren zu wollen oder aber sie bekundet den Willen, mit dem Flecken Eime und der Gemeinde Banteln zusammenzugehen. Vorstellbar seien beide Richtungen, berichtet Eduard Plachta von unterschiedlichen Meinungen innerhalb des Rates, so dass sich dieser noch kurz vor seiner Sitzung am kommenden Montag zusammensetzen will, um sich zu beraten. „Ich gehe davon aus, dass es eine Entscheidung geben wird“, ist Eduard Plachta optimistisch, weist wohl aber auch darauf hin, dass dies kein einfaches Thema sei: „Es geht ja nicht darum, über den Namen einer Straße zu befinden. Es geht um die Zukunft unserer Gemeinde“, hebt er die Bedeutung dieser Entscheidung hervor: „Dass wir uns bewegen müssen, ist uns durchaus klar“, sagt der Bürgermeister, der davon überzeugt ist, dass man sich von der Kleinteiligkeit lösen müsse. Für ihn sei vielmehr die Frage: „Wohin fährt der Zug?“

Ob Brüggen vielleicht mit einem Auge in die Nachbargemeinde Rheden schielt? Die Rhedener Ratsmitglieder entscheiden heute Abend, ob sie sich der Stadt Gronau anschließen. Genau genommen, erklären sie zunächst die Absicht, denn laut Beschlussvorschlag heißt es: „Bevor eine Beschlussfassung über Fusionsverhandlungen erfolgt, ist die Bürgerbeteiligung in der Gemeinde Rheden durchzuführen.“ Laut Eduard Plachta aber bleibt der Blick in Brüggen: „Jede Gemeinde muss diese Entscheidung für sich selbst treffen.“

Und wie sieht es in Rheden aus? „Im Großen und Ganzen wird das durchgehen“, zeigt sich Bürgermeister Hartmut Leske optimistisch, dass der Rat Rheden heute mehrheitlich dem Beschlussvorschlag der Verwaltung folgen wird. Immerhin müsse die Gemeinde der Verwaltung auch Gelegenheit geben, weitere Verhandlungen zu führen. Der Weg zur Einheitsgemeinde sei der richtige – eben mit dem Willen, sich auch nach außen hin weiter zu vergrößern. „Alles nur zu blockieren“ sei für den Kommunalpolitiker der Wählergemeinschaft ein Fehler. Denn verändere die Gemeinde ihre Strukturen nicht, sehe er Probleme, etwa künftig Menschen für die Ratsarbeit zu begeistern. Schon jetzt würde der Rat bei interfraktionellen Sitzungen nicht komplett erscheinen. Auch werde es wirtschaftlich in Rheden vielleicht nicht immer so rosig aussehen wie jetzt: „Da sind wir machtlos.“

Ganz anders sieht es seine Stellvertreterin Sonja Skarba-Döring (BfGR): „Die Verwaltung braucht keine neue Absichtserklärung. Sie ist völlig überflüssig.“ Denn bereits vor einem Jahr habe der Gemeinderat dies bereits beschlossen und der Verwaltung somit einen Arbeitsauftrag gegeben. Insgesamt sieht sie eine Fusion mit der Stadt kritisch. Ihr würden Fakten fehlen: Welche Vorteile habe Rheden von einer Fusion mit Gronau, welche Alternativen gebe es? „Es sind noch viele Fragen offen“, kritisiert sie. Doch letztlich „fällt die Entscheidung mit der WG, der Mehrheitsfraktion.“

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