KGS-Fachtrakt: Fertigstellung im Herbst

„Wir sind auf einem guten Weg“

Blick in den Altbau: Das Lehrerzimmer ist mit einem 70 Quadratmeter großen Anbau erweitert worden. Diesen können die derzeit 70 Lehrkäfte nach den Ferien beziehen.

GRONAU Mitten in den Sommerferien ist das Gebäude der Kooperativen Gesamtschule (KGS) wie leer gefegt – eine gute Gelegenheit, für Landrat Reiner Wegner und seine Belegschaft, sich ein Bild vor Ort zu verschaffen. Immerhin hat auf dem Schulgelände vor rund einem Jahr der millionenschwere Bau eines Fachtraktes mit 16 Fachunterrichtsräumen begonnen. Zudem schreiten die Sanierungs- und Erweiterungsarbeiten im Altbau weiter voran.

„Die KGS in Gronau hat sich gut entwickelt“, hebt Umweltdezernent Helfried Basse hervor. Die Zahlen geben ihm Recht: Laut Schulleiter Christian Schwarze haben sich knapp 170 Jugendliche für das neue Schuljahr angemeldet. 59 Anmeldungen erhielt die KGS für den Gymnasial-Zweig, der damit auch „die oberste Grenze“ erreicht hat. Damit zählt die Schule nun 840 Kinder und Jugendliche. „Dies zeigt uns, dass die Entscheidung des Landkreises, hier eine KGS ins Leben zu rufen, zutreffend war“, freut sich Helfried Basse über diese Entwicklung.

Damit die Gronauer Gesamtschule eben weiter wachsen kann, nimmt der Landkreis Hildesheim Millionenbeträge in die Hand: Zum einen ist der Altbau auf Vordermann gebracht worden – und einige Arbeiten stehen dort noch aus –, zum anderen entsteht gegenüber der so genannte Fachtrakt. In diesen investiert der Landkreis rund 6,6 Millionen Euro, wobei laut Architekt Carsten Grobe vom gleichnamigen Büro die Kosten „wahrscheinlich unterschritten“ werden. „Wir sind hier auf einem guten Weg“, kommentiert Landrat Reiner Wegner den Baufortschritt, der allerdings angesichts des langen Winters und der Starkregenereignisse ins Stocken geraten war. Wie Baudezernent Eckhard Speer erklärt, ist am 17. Dezember vergangenen Jahres Richtfest gefeiert worden. Danach folgte „leider wieder ein harter Winter“, der dafür gesorgt hat, dass die Arbeiten erst Ende März, Anfang April fortgesetzt werden konnten. Das Problem: Das Dach des Gebäudes konte nicht mehr realisiert werden, so dass der Bau dem Wetter ungeschützt ausgesetzt war. „Das belastet uns“, sagt Eckhard Speer und spricht etwa Feuchtigkeit an, die so ins Mauerwerk gezogen ist. Trocknungsarbeiten sind die Folge gewesen – bis heute. Durch die Witterung habe man rund zwei Monate Zeit verloren. Aufzuholen sei dies nicht. Carsten Grobe aber verdeutlicht, dass man durchaus noch im Zeitplan liegt: „Eineinhalb Jahre Bauzeit sind vertretbar.“

Nach den Herbstferien soll der Bau des Fachtraktes abgeschlossen sein: Bis dahin müsse die KGS „improvisieren“, allerdings nur für „eine Übergangsphase von etwa acht Wochen“, sagt Schulleiter Christian Schwarze, der sich freut, dass die Schule „komplett in die Planung eingebunden wird“. Der KGS stehen dann durch einige Nutzungsänderungen, die in Absprache mit den Lehrkräften getroffen wurden, 16 – statt ursprünglich 14 – Fachunterrichtsräume im hochmodernen Erweiterungsbau im Passivhausstandard zur Verfügung. Allein die Ausstattung eines Chemieraums beträgt rund 70 000 Euro. „Das sind die teuersten Räume der Schule“, weist Eckhard Speer auf die Fachunterrichtsräume hin. Doch langfristig spart der Landkreis, denn die Auswirkungen der Passivhaus-Bauweise auf die Energiekosten sind immens: Während laut Carsten Grobe im Altbau wohl jährlich 200 Kilowatt-Stunden benötigt werden, rechnet er im neuen Fachtrakt lediglich mit 15, im ersten Jahr vielleicht mit 20 Kilowattstunden.

„Das ist die bessere Lösung, als wenn wir den Altbau aufgestockt hätten“, sagt Eckhard Speer mit Blick auf den Erweiterungsbau. Dieser aber sei nur mit der Unterstützung der Stadt Gronau möglich geworden.

Durch den Fachtrakt-Bau werden im alten Gebäude Fachräume zu Klassenzimmern zurückgebaut. Die Arbeiten sollen in der kommenden Woche abgeschlossen werden. Nach den Sommerferien können die derzeit knapp 70 Lehrkräfte auch ihren neuen etwa 70 Quadratmeter großen Anbau ans Lehrerzimmer nutzen. Weitere Brandschutzmaßnahmen aber müssen noch umgesetzt, ein Großteil soll in den Herbstferien in Angriff genommen werden. Ungewiss ist allerdings noch die Gestaltung des Innenhofs der beiden Schulgebäude. Laut Baudezernent Eckhard Speer soll im kommenden Jahr in jedem Fall eine Verbindung zwischen beiden Bauten geschaffen werden. Wie aber die Straße mit in die Planung aufgenommen wird, ist noch unklar und hängt letztlich auch von den finanziellen Mitteln des Landkreises ab.

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