Grundschule Banteln stellt sich neuen Herausforderungen

„Wir möchten hier weiterarbeiten“

Karin Weidemann (links) und Corinna Behle stehen zu ihrer Arbeit an der Grundschule und wollen am Standort in Banteln gerne weitermachen. Foto: Hüsing

BANTELN Die Kinder fahren mit den roten Fahrzeugen über den Schulhof, sitzen unter einem Sonnensegel im Sandkasten, turnen auf den Spielgeräten oder sitzen ruhig in der Sonne. 160 Schüler besuchen die Rektor-Heimbruch-Grundschule in Banteln und fühlen sich hier sichtlich wohl.

„Wir stehen zu unserer Arbeit und unseren Schülern und möchten gerne hier am Schulstandort Banteln weiterarbeiten“, sagt Karin Weidemann. Die Schulleiterin hat die Zahlen für die Schulanmeldungen für die kommenden zwei Schuljahre vorliegen: „Wir bleiben auf jeden Fall zweizügig“, bestätigt sie die wachsenden Zahlen. Durch die Schulschließung in Rheden können die Eltern wählen, ob ihre Schüler auf die Grundschule am Wildfang in Gronau gehen sollen oder mit dem Bus weiter nach Banteln fahren.

Buskinder

„Wir haben sowieso sehr viele Buskinder, da unsere Schüler aus elf Dörfern zu uns kommen“, so Karin Weidemann. Der Bus halte jedoch direkt vor der Tür in einem ruhigen Wohngebiet. Die verkehrsberuhigte Lage sowie das weitläufige Gelände zusammen mit dem Kindergarten zählt die Schulleiterin zu den „idealen Bedingungen“ der Grundschule Banteln.

Zwar habe sie Bedenken aufgrund der unsicheren Schulsituation, aber Banteln sei sehr gut aufgestellt: „Nur wenn die Schulbezirke neu aufgeteilt werden, worauf wir keinen Einfluss haben, drohen wir, auszubluten“, sagt die Schulleiterin. Investitionen seien wohl erst einmal von Seiten des Schulträgers nicht geplant: „Aber die Gerüchteküche kocht und der Schulvorstand hat beschlossen, im Falle einer weiteren Diskussion die Eltern zu mobilisieren.“ Corinna Behle fügt hinzu: „Uns stört die ständige Unsicherheit.“ Von der Verwaltung sei man diesbezüglich noch nicht an die Schulleitung herangetreten.

Möglichkeiten

Sowohl im Sportunterricht als auch mit den Betreuungsgruppen nutzen die Lehrer und Schüler im Sommer gerne das Naturbad Banteln. „Auf dem Schulhof ist wenig Schatten und im ersten Stock wird es durch das Flachdach sehr heiß, deshalb ist Schwimmen eine willkommene Erfrischung“, schildert Corinna Behle. Aufgrund der Schülerzahlen steht der Schulleitung keine Konrektorin zu. Doch Corinna Behle und Sekretärin Britta Mensing bilden ein Team, um die Geschicke der Schule zu leiten.

Dank des „sehr engagierten“ Fördervereins und einigen Sponsoren können zurzeit die Lichthöfe neugestaltet werden: „Wir möchten einen Ruhebereich im Schatten schaffen, den die Schüler in den Pausen nutzen können“, erläutert Karin Weidemann die Idee. Sie betrachtet die Grundschule gerne noch als „heilere Welt“, wo die Schüler und Lehrer sich untereinander kennen und aufeinander zugehen können. Als besonderes Arbeitsgebiet nennt die Schulleiterin die Inklusion. Bereits seit drei Jahren kooperiert die Grundschule mit der Förderschule in Elze: „Wir haben ein Integrationskonzept und 16 Stunden eine Förderschullehrkraft im Haus“, so Weidemann. So seien Unterstützungen beim Lernen, Hören, der Sprachentwicklung sowie bei emotionalen oder sozialen Problemen möglich. „Diese Betreuung ist nur mit zusätzlichen Kräften zu bewerkstelligen“, weiß die Schulleiterin aus Erfahrung: „Wir haben fünf integrative Kinder in drei Jahrgängen und ich denke, dieser Schwerpunkt ist einer der Gründe, warum die Eltern ihre Kinder hier in Banteln anmelden.“ An der Rektor-Heimbruch-Schule gibt es kein Nachmittagsangebot: „Wir hören nach der sechsten Stunde um 13.40 Uhr auf, wobei auch hier AGs angeboten werden“, berichtet Corinna Behle vom Schulalltag. Zudem gibt es eine Hausaufgabenbetreuung, die unter anderem von einem Bundesfreiwilligen-Dienstler beaufsichtigt wird: „Unser Bufdi leitet eine Mädchen-Sport-AG, wird in der Schulbücherei eingesetzt, übernimmt organisatorische Aufgaben und nimmt als Doppelbesetzung am Unterricht und an Ausflügen teil“, sagt Corinna Behle.

Zusätzliche Kräfte

Zweite zusätzliche Kraft ist eine heilpädagogische Praktikantin, die viel mit den integrativen Kindern arbeitet. Auch mit dem Raumkonzept sind die Lehrer zufrieden: Es stehen zusätzliche Fach- und Gruppenräume zur Verfügung, es gibt einen Computer-Raum und die Turnhalle im Gebäude. Zwei Kollegen des elfköpfigen Lehrerkollegiums haben an einer Fortbildung an der Universität Flensburg teilgenommen: Sie werden vom 6. bis 28. Mai eine Mini-Phaenomenta in Banteln anbieten. Etwa 15 Stationen zum Experimentieren werden in der Turnhalle aufgebaut, an denen sich die Schüler versuchen dürfen.

Mini-Phaenomenta

„Die Idee ist, dass Eltern anhand einer Hitliste sehen können, welche Stationen besonders beliebt sind und diese eventuell nachbauen“, erzählt Corinna Behle. Einen Sponsoren für die Materialkosten haben sie schon gefunden. „Wir arbeiten mit den Vereinen im Ort zusammen“, berichtet Karin Weidemann von einer weiteren Besonderheit der Schule. So unterstützt der Sportverein beim Abnehmen des Sportabzeichens, und im Sachunterricht können Schüler das Wasserkraftwerk, eine Gärtnerei oder die Fischtreppen besuchen. Auch ein Sozialtrainingskonzept, ein Erste-Hilfe-Training und die Leseförderung gehören zum Schulkonzept.

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