Duingen startet Verhandlungen mit Gronau / Politiker verlängert Amtszeit von Wolfgang Schulz bis 2016

Rat will „Samtgemeinde Leinebergland“

Der Bürgermeister der Samtgemeinde Duingen, Wolfgang Schulz (Mitte), nimmt wieder Platz: Während der Aussprache über seine Zukunft muss er seine Ratskollegen um Klaus Krumfuß (links) und Wilfried Paulmann für einen Augenblick alleine lassen. Foto: Vogelbein

DUINGEN Noch bevor die Ehe geschlossen und das Kind geboren ist, hat der mögliche Nachwuchs einer Beziehung zwischen der Samtgemeinde Duingen und der Samtgemeinde Gronau schon einen Namen: Mit dem Dachbegriff „Samtgemeinde Leinebergland“ möchte Duingen in die Gespräche mit dem Nachbarn in Gronau um eine mögliche Fusion einsteigen. Der Rat der Gemeinde hat die Verwaltung nun beauftragt, mit konkreten Gesprächen zu beginnen.

Ziel ist es, zum Ende des Jahres 2016 eine neue Samtgemeinde entstehen zu lassen. Auf dem Weg dorthin sind jedoch noch einige Hürden zu nehmen. Zunächst steht die Umwandlung der Duinger Samtgemeinde in eine Einheitsgemeinde an. Außerdem wird der amtierende Duinger Bürgermeister Wolfgang Schulz auf eine mögliche Wiederwahl im Frühjahr 2014 verzichten.

Schon vor fast genau einem Jahr hatte sich die Samtgemeinde für die Bildung einer Einheitsgemeinde entschieden, um den Weg für eine mögliche Fusion zu ebnen. Der damals mit der Aufnahme von Gesprächen mit den umliegenden Gemeinden beauftragte Bürgermeister Schulz fasste diese nun zusammen: „Mit Alfeld wäre eine Zusammenarbeit mit der Eigenständigkeit Duingens nicht möglich“, so das erste Fazit. Im Bezug auf Gronau und den Gesprächen mit dem dortigen Bürgermeister Rainer Mertens hätte sich jedoch gezeigt, „dass hier viel zusammen geht“. So empfahl er seinen Ratskollegen auch, für die Aufnahme der Verhandlungen zu stimmen, denn seiner Ansicht nach „mache dies Sinn“. Nur in dieser Konstellation könnte Duingen seine Eigenständigkeit behalten, betont der Verwaltungschef.

Um auf die jeweiligen Befindlichkeiten Rücksicht zu nehmen und den Menschen nicht den Bezug zu ihrer Heimat zu nehmen, schlug Schulz den Begriff der „Samtgemeinde Leinebergland“ vor. Gronau und Duingen würden sich so zusammen unter einem gemeinsamen Dach wiederfinden, erklärt Schulz: „Das ist eine Region als Dach, in der sich jeder zu Hause fühlt.“ Gleichzeitig eröffne man durch die Wahl dieses Begriffs auch anderen Gemeinden die Möglichkeit, langfristig ebenfalls Teil dieser neuen Samtgemeinde werden zu können. Die Bildung der Einheitsgemeinde soll bis 1. November 2016 abgeschlossen sein, um anschließend als „einheitlicher Verhandlungspartner“ aufzutreten. In Gronau ist dieser Prozess noch nicht so weit fortgeschritten. Trotz der Ungewissheit sollen die Verhandlungen jedoch mit dem Ziel einer neuen Samtgemeinde bis 2016 aufgenommen werden. Eine entsprechende Lenkungsgruppe der Samtgemeinde Duingen soll nun mit den Verhandlungen beginnen. Teil dieser Lenkungsgruppe ist auch der Samtgemeindebürgermeister Wolfgang Schulz. Dessen Amtszeit endet jedoch offiziell im Oktober des nächsten Jahres. Weil sich der Rat jedoch dazu entschieden hat, Fusionsverhandlungen aufzunehmen, besteht die Möglichkeit, auf Neuwahlen im kommenden Mai zu verzichten und diese um zwei Jahre zu verschieben. Um über diesen Schritt zu beraten und ihn zu beschließen, verließ der Verwaltungschef für einen kurzen Moment das Sitzungszimmer – seine notwendige Zustimmung zur Verlängerung seiner Amtszeit bis 2016 hatte er bereits abgegeben. Lange beraten wurde sich allerdings nicht, denn Schulz hatte bereits vorab deutlich gemacht: „Eigentlich wollte ich 2014 aufhören, aber zur Bildung der Einheitsgemeinde biete ich meine Mitarbeit an und begleite das Projekt“, bedankte sich Schulz bei seinen Ratskollegen. Eine erneute Amtszeit hätte regulär sieben Jahre angedauert. „Das ist mein Baby“, betont Schulz, der nach seiner Amtszeit etwas hinterlassen möchte.

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