140 Einsätze für die Feuerwehren der Samtgemeinde Gronau / Bedarfsplan ist „richtiger Weg“

„Wieder im Durchschnitt“

Gemeindebrandmeister Frank Kirchner (links) und sein Stellvertreter Ulrich Gohl zeigen das erst kürzlich für die Eimer Feuerwehr angeschaffte Löschgruppenfahrzeug (LF 10). Foto: Klein

GRONAU „Wir liegen wieder im Durchschnitt“, blickt Gronaus stellvertretender Gemeindebrandmeister Ulrich Gohl auf die Einsatzzahlen: Waren es im Jahr 2012 sage und schreibe 180 Einsätze, ist die Anzahl im zurückliegenden Jahr wieder auf 140 gesunken. Von einem ruhigen Jahr aber kann keine Rede sein, betont Gemeindebrandmeister Frank Kirchner.

Der Blick auf die Statistik: Unter anderem waren es 17 Brände, 80 Hilfeleistungen sowie 19 Einsätze, ausgelöst von Brandmeldeanlagen. Zwar waren es deutlich weniger Brände als im Vorjahr, doch im zurückliegenden Jahr musste viel Personal angesichts der Unwetter eingesetzt werden. Sowohl der Sturm „Xaver“ als auch die Hochwasserereignisse beschäftigten die Feuerwehren, sogar über die Grenzen der Samtgemeinde Gronau hinaus. Mit Blick auf die Statistik wird auch deutlich, dass die Zahl der Ölspuren gesunken ist. Der Grund hierfür liegt auf der Hand: Die ehrenamtlichen Einsatzkräfte sind nur noch innerörtlich für die Beseitigung der Ölspuren zuständig, außerorts lediglich noch, wenn Gefahr im Verzug ist. „Das ist eine deutliche Entlastung für uns, vor allem für die Stützpunktwehren“, sagt Frank Kirchner.

Gestiegen ist jedoch die Anzahl an Tierrettungen – von zwei im Jahr 2012 auf neun im vergangenen Jahr: „Im Zeitalter des Handys werden solche Einsätze immer mehr“, nennt der Gemeindebrandmeister einen möglichen Grund hierfür. Immerhin ist es einfach: Wer eine im Baum verirrte Katze entdeckt oder einen Waschbären auf der Straße beobachtet, greift zum Mobiltelefon und wählt die allseits bekannte Notrufnummer der Feuerwehr. Wie Frank Kirchner jedoch informiert, hat es bereits erste Gespräche mit dem Ordnungsamt der Gronauer Verwaltung gegeben, um zu klären, wie die Feuerwehr künftig damit umgeht. Wer ist zuständig? Und wo sollen die Tiere hingebracht werden, wenn keine Lebensgefahr besteht?

Die Feuerwehren in der Samtgemeinde Gronau zählen derzeit 473 aktive Mitglieder. „Wir pendeln immer so um 500 herum“, ist Frank Kirchner mit dem Mitgliederstand zufrieden. Da tagsüber nicht so viele Einsatzkräfte im Notfall verfügbar sind, ist bereits vor drei Jahren die Zugalarmierung eingeführt worden. „Die Zusammenarbeit läuft gut“, beurteilt Ulrich Gohl.

Gronaus Feuerwehren sind demnach gut aufgestellt – oder etwa nicht? Der im Vorfeld oft diskutierte Brandschutzbedarfsplan liegt seit Herbst vergangenen Jahres auf dem Tisch – und liefert ehrliche Zahlen. Drei bis vier Wehren sind nämlich unter die laut Brandschutzgesetz vorgeschriebene Mindeststärke von 18 Kameraden gerutscht. „Wir müssen diesen Feuerwehren eine Chance geben, sich zu erholen“, ist Frank Kirchner überzeugt. Demnach werden die Führungskräfte, sprich Ortsbrandmeister und Stellvertreter, in diesen Wehren nicht wie gewohnt für sechs Jahre, sondern kommissarisch für zwei Jahre gewählt. In einigen Orten ist es laut des Gemeindebrandmeisters durchaus realistisch, dass die betroffenen Feuerwehren wieder wachsen, in anderen aber könne es nur eine Richtung geben – und die Empfehlung liegt ohnehin im Bedarfsplan. „Es ist der richtige Weg“, sind Frank Kirchner und Ulrich Gohl noch immer von dem Werk überzeugt. Wichtig sei vor diesem Hintergrund, dass Feuerwehr, Verwaltung und Politik an einem Strang ziehen. „Zusammenlegungen von Feuerwehren können nur in Verbindung von einem Fahrzeug- und Gerätehauskonzept erfolgen, eben wie es der Bedarfsplan empfiehlt“, nimmt Frank Kirchner gleich vorweg. „Jetzt aber müssen wir gemeinsam mit der Verwaltung erst einmal unsere Schularbeiten machen“, teilt er mit. In Anlehnung an den Bedarfsplan wird die Feuerwehr-Spitze demnach Vorschläge für die Politik erarbeiten. Die ersten Schritte werden für die Feuerwehren aus dem Despetal und für Brüggen anstehen – weitere folgen.

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