Feuerwehrführung sorgt sich um Heinumer Einsatzkräfte / Projekte für das neue Jahr

Wie wichtig Manpower ist...

Für Gemeindebrandmeister Frank Kirchner (rechts) und sein Stellvertreter Ulrich Gohl steht der Erhalt der Feuerwehr-Manpower sowie die Neugewinnung von Einsatzkräften im Fokus. Foto: Mosig

GRONAU Gleich zum Jahresanfang muss die Feuerwehr eine bittere Pille schlucken: Die Zukunft der Heinumer Wehr bereitet Gemeindebrandmeister Frank Kirchner und seinem Stellvertreter Ulrich Gohl große Sorgen. Dort habe es Führungsprobleme gegeben, die Mindeststärke ist bereits seit zwei Jahren unterschritten. Inzwischen leitet ein Gruppenführer die Feuerwehr kommissarisch als Löschgruppe. „Die Feuerwehr selbst hat bereits die Flinte ins Korn geworfen“, beschreibt Frank Kirchner die Entwicklung vor Ort: „Ich habe gesagt, ich unternehme einen letzten Versuch.“

Ziel sei, die Feuerwehr weiterhin als Löschgruppe zu erhalten – entweder zu Wallenstedt oder zu Eitzum zählend. „Wir müssen der Bevölkerung verdeutlichen, welche Konsequenzen die Auflösung der Wehr hat“, hebt der Gemeindebrandmeister hervor. Löse sich die Feuerwehr gänzlich auf, hat dies Auswirkungen auf das festgeschriebene Schutzziel. „Dieses wird notgedrungen heruntergehen“, schildert er die Folgen dieser Entwicklung. Denn: „Die Wallenstedter Feuerwehr kann dies nicht auffangen.“ Daher will Frank Kirchner einen letzten Versuch unternehmen, um die Heinumer Wehr mit derzeit etwa 15 Aktiven zu retten. Er ruft gleich zu Beginn des neuen Jahres zur Bürgerversammlung im Ort auf. „Ich möchte damit gezielt die Bevölkerung ansprechen“, hofft er auf rege Teilnahme. Der Termin soll noch bekanntgegeben werden. Frank Kirchner will der Bevölkerung die Situation verdeutlichen und erhofft sich so, wieder Manpower für die Wehr zu bekommen. „Uns schwebt eine Löschgruppe vor, in Verbindung mit Wallenstedt“, nennt er ein mögliches Modell für die Heinumer Einsatzkräfte. Wie sein Stellvertreter Ulrich Gohl aber schildert, soll keineswegs Druck aufgebaut werden. Die Einsatzkräfte aus Heinum haben die Wahl und könnten sich demnach auch als Löschgruppe den Eitzumer Kameraden anschließen.

Es sei ein großes Ziel der Feuerwehr, alle aktiven Einsatzkräfte zu erhalten. Jeder Kamerad werde im Ernstfall gebraucht. „Wir wollen aber nicht nur fordern, sondern auch geben“, äußert Frank Kirchner eine neue Idee, die sich ganz und gar der Kameradschaftspflege widmet: „Wir wollen einen Feuerwehrball veranstalten“, lädt er bereits jetzt alle aktiven Kameraden und deren Partner zur großen Sause ein. Neben dem Erhalt des Manpowers steht nach wie vor auch die Mitgliederwerbung im Fokus. Den jüngsten Nachwuchs generieren die Einsatzkräfte über die Kinderfeuerwehren. Das Pilotprojekt in Banteln habe sich bewährt. Weiterhin gibt es inzwischen Kinderwehren in Gronau sowie ganz neu auch in Eime. Das Despetal soll noch folgen. „Für jede Feuerwehr ist dies nicht gewollt. Wir schauen, wo Bedarf ist“, sagt Ulrich Gohl.

Zudem soll ein einheitlicher Flyer für die Feuerwehr-Werbung entwickelt werden. Dem Gemeindekommando schwebt vor, dass dieser allen Neubürgern persönlich, im Beisein des Bürgermeisters, überreicht wird, ebenso wie ein Rauchmelder. „Wir wollen der Bevölkerung zudem zeigen, was wir machen“, kündigt Frank Kirchner für den 7. Juni einen Tag der Feuerwehr auf dem Gronauer Marktplatz an. Alle Wehren der Samtgemeinde Gronau werden mit von der Partie sein. Im Fokus steht: Was leistet die Feuerwehr? Damit wird dann auch deutlich, vor welchen Problemen die Bevölkerung steht, wenn es keine ehrenamtlichen Einsatzkräfte mehr gibt.

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