Flecken Eime präzisiert Beschluss in Sachen Fusionsverhandlungen / Priorität Nummer eins: Schulerhalt

„Wer sich wehrt, behält sein Pferd“

Die Schuldebatte ruft die Bevölkerung auf den Plan: „Es wird innerhalb von acht Tagen eine Entscheidung gefällt, die die Zukunft eines Ortes extrem belasten könnte“, ärgert sich Bürgermeister Hartmut Fischer und erläutert, welche Konsequenzen dies für die Strukturen des Flecken Eime hat. Foto: Klein

EIME Kurzfristig kamen die Ratsherren des Flecken Eime zusammen, um ihren im September gefassten Beschluss in Sachen Fusionsverhandlungen zu präzisieren. Der Hintergrund: „Wir wollen zeigen, dass wir hinter unserem Schulstandort stehen“, betonte Sozialdemokrat Thomas Schwanitz im Rahmen der Sitzung, die einmal mehr verdeutlichte, welche Einschnitte die Schließung der Sonnenbergschule für den Flecken eigentlich nach sich ziehen würde.

„Wir wollen nicht den Eindruck erwecken, etwas verhindern zu wollen“, stellte Parteigenosse Volker Senftleben klar – wohl aber wolle der Rat des Flecken seinen Beschluss erweitern, eben mit einem „klaren Bekenntnis zum Schulstandort Eime“. Denn wie Bürgermeister Hartmut Fischer erläuterte, hätte die Schließung der fest im Ort verwurzelten Grundschule große Konsequenzen für die Struktur des Flecken – auch im Hinblick auf das Raumordnungsprogramm des Landkreises Hildesheim. „Wenn heute Orte zu klein sind, erhalten sie keine Genehmigung für eine Erweiterung“, sprach er etwa die Bauleitplanung an. Um hier einen Vorrangstatus zu erhalten, müsse der Flecken vernünftige Strukturen vorweisen können, eben auch eine Grundschule.

„Es wird innerhalb von acht Tagen eine Entscheidung gefällt, die die Zukunft eines Ortes extrem belasten könnte“, ärgerte sich Hartmut Fischer über das Vorgehen in dieser Angelegenheit. Sein Vorschlag: „Wir entwickeln eine Schulagenda 2020 und dann stimmen wir ab.“ Aus diesem Grund wolle der Flecken den Sachverhalt, also die drohende Schulschließung, nicht einfach nur zur Kenntnis nehmen, sondern „unsere Mittel einsetzen, um diese zu verhindern“, betonte der Bürgermeister – und hatte dabei alle Ratsmitglieder, unabhängig der Parteizugehörigkeit, auf seiner Seite. „Wir sehen die 1 200 gesammelten Unterschriften für unsere Schule als Auftrag“, richtete sich Hartmut Fischer auch an das interessierte Publikum der Ratssitzung. Diskussionsbedarf gab es nicht, einstimmig konkretisierte der Rat seinen Beschluss: Wenn die Grundschule als „unverzichtbarer Bestandteil der Gemeinde“ erhalten bleibt, erklärt der Flecken die Absicht, mit anderen Mitgliedsgemeinden Gespräche zu führen – mit dem Ziel, innere Grenzen zu verändern. Wie Volker Senftleben informierte, hatten sich Eime und Banteln bereits „stark angenähert“, letztlich aber angesichts des Kampfes um den Schulerhalt wieder voneinander entfernt. Diese Rivalität sei aus Eimer Sicht „absolut deplatziert“, sagte der Sozialdemokrat.

Weiterhin forderte der Flecken: „Für den Fall der Erfüllung der vorgenannten Voraussetzungen wird die Verwaltung weitergehend gebeten, im Rahmen der Verhandlungen zu einer möglichen Fusion mit benachbarten Samtgemeinden und Einheitsgemeinden eine Erweiterung des hiesigen Schulbezirks Eime zur Sicherung des Schulstandortes in Eime zu berücksichtigen.“ Sollte die Schule allerdings tatsächlich geschlossen werden, zieht sich der Flecken aus den Verhandlungen zurück: „Wir müssen uns dann Zeit nehmen, um Alternativen zu suchen“, sagte Hartmut Fischer. Priorität Nummer eins sei, eine Grundschule im Ort vorzuhalten. Auf diesem Weg wolle sich der Flecken rechtlich beraten lassen oder auch eine Consulting-Firma hinzuziehen. Er schloss die Sitzung mit einem niedersächsischen Sprichwort: „Wer sich wehrt, behält sein Pferd.“

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