Wie sieht die Löschwasserversorgung in der Samtgemeinde aus? / Mertens: „Wo wir Handlungsbedarf sehen, greifen wir ein“

Wenn's brennt, dann: „Wasser marsch“

Im Ernstfall ist die Löschwasserversorgung für die Einsatzkräfte der Feuerwehr das A und O: In einem allgemeinen Wohngebiet müssen laut Bestimmung 1 600 Liter Wasser pro Minute über einen Zeitraum von zwei Stunden zur Verfügung stehen. Foto: Klein

GRONAU Wenn es brennt, ist die Feuerwehr zur Stelle. Doch wenn den ehrenamtlichen Einsatzkräften das Wasser fehlt, sind sie machtlos. Aber kann dies tatsächlich passieren? Die LDZ beleuchtet die Löschwasserversorgung in der Samtgemeinde Gronau und gewinnt im Gespräch mit Verwaltungschef Rainer Mertens, Bauamtsleiter Hans Kirsch und Ordnungsamtsleiterin Stephanie Klages interessante Einblicke in ein komplexes Thema.

Wie in Deutschland nahezu alles, ist auch die Löschwasserversorgung der Kommunen geregelt. Eine Änderung der technischen Bestimmungen hat es im Jahr 2009 gegeben – eben eine Anpassung an heutige Gegebenheiten. Die vorgeschriebene Menge hat sich in etwa verdoppelt, berichtet Hans Kirsch. Demnach müssen in einem allgemeinen Wohngebiet 1 600 Liter Wasser pro Minute über einen Zeitraum von zwei Stunden zur Verfügung stehen. Kann die Trinkwasserleitung nicht „angezapft“ werden, muss eine Zisterne gebaut oder ein Löschteich angelegt werden – mit einem Fassungsvermögen von über 190 Kubikmetern.

Die Samtgemeinde Gronau reagiert Schritt für Schritt auf die im Jahr 2009 geänderten Bestimmungen. Denn von heute auf morgen sei dies kaum zu leisten, verdeutlicht Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens. Ein aktuelles Beispiel ist in Rheden zu finden: Der erforderliche Bedarf an Löschwasser kann mit den im Baugebiet „Talweg“ vorhandenen Hydranten nicht länger gedeckt werden. Ein Löschwasserbehälter muss her. Glück für die Samtgemeinde: Der Golf-Club Sieben Berge plante ohnehin, einen Teich mit über 1 000 Kubikmetern Inhalt anzulegen. Somit kann die Samtgemeinde kräftig sparen: Sie muss 78 000 Euro beisteuern, um den Teich dann auch für die Löschwasserversorgung nutzen zu können. Für die Installation eines Löschwasserbehälters hätte sie 120 000 Euro in die Hand nehmen müssen. Abgeschlossen sind die Bauarbeiten hierfür aber noch nicht.

Auch in Wallenstedt gibt es einen Kooperationspartner: Das Überlandwerk führt im Sommer Arbeiten an der Trinkwasserleitung durch. Die Samtgemeinde beteiligt sich mit rund 20 000 Euro, um hier die Löschwasserversorgung entsprechend zu verbessern. „Diese Maßnahmen haben wir noch im alten Jahr angeschoben“, informiert Fachbereichsleiterin Stephanie Klages, die zugleich darauf hinweist, welche Bedeutung vor diesem Hintergrund auch die Übungen der Feuerwehren haben. Diese seien nicht nur wichtig, um unter Zeitdruck Hand in Hand zu arbeiten, sondern auch um örtliche Gegebenheiten, eben Löschwasserentnahmestellen, kennenzulernen. Auch nach jedem Brand erfolgt eine genaue Analyse der Situation: Was ist gut gelaufen, was aber muss verbessert werden? „Dies muss das Ziel sein, wenn es darum geht, Menschenleben zu retten“, betont die Ordnungsamtsleiterin. Entsprechende Probleme der Einsatzkräfte werden der Verwaltung in diesem Zuge mitgeteilt: „Wo wir Handlungsbedarf sehen, greifen wir ein“, verdeutlicht Verwaltungschef Rainer Mertens: „Erfreulicherweise stimmt hier die Politik auch immer zu.“ Auch für das kommende Jahr werden wieder Gelder bereitgestellt, um die Löschwasserversorgung weiter zu optimieren. Ziel soll nämlich sein, dass in der Samtgemeinde Gronau die neue Norm flächig erfüllt wird.

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