Thomas Mensing erläutert vor kleinem Publikum Auswirkungen eines kommunalen Zusammenschlusses

„Was hat Gronau davon?“

Zur Überraschung von Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens nehmen nur 16 Gronauer, zum Teil aus der Kommunalpolitik, die Möglichkeit zur Bürgerbeteiligung wahr. Fotos: Hüsing

GRONAU „Ich hatte schon gehofft, mehr Interessenten begrüßen zu können“, reagierte Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens überrascht auf die geringe Resonanz bei der Bürgerbeteiligung zu den Fusionsplänen in Gronau.

Lediglich 16 Zuhörer interessierten sich für die konkreten Ausführungen von Thomas Mensing, Erster Samtgemeinderat in Gronau. Seit drei Jahren beschäftigen sich die Mitglieder der Verwaltung aktuell mit dem Themenbereich des kommunalen Zusammenschlusses. Hierbei werden von der Samtgemeinde auch die Bürger frühzeitig informiert und eingebunden. Die Einwohner aus Betheln, dem Despetal, Rheden und Brüggen waren sehr interessiert, brachten viele eigene Ideen und Vorstellungen ein. In Gronau hingegen stand vor der Informationsveranstaltung noch die Frage im Raum: „Was haben wir davon?“ Rückläufige Bevölkerungszahlen, stagnierende Wirtschaft – all dies ist schon lange bekannt, doch der Stadt Gronau geht es im Verhältnis zu einigen Mitgliedsgemeinden der Samtgemeinde Gronau „richtig gut“. So begrüßte auch Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler die Anwesenden mit den Worten: „Wir können uns eigentlich entspannt zurücklehnen. Der Stadtrat hat einstimmig beschlossen, die Türen für jeden, der sich anschließen möchte, offen zu halten.“

Doch welche Vorteile hat die Stadt Gronau, wenn sie weitere Mitglieder in einer gemeinsamen Gemeinde aufnimmt? „Die kleinen Gemeinden gewinnen an Vitalität und Finanzkraft durch die Unterstützung aus Gronau, die Stadt hat klare Vorteile, wenn die Kleinteiligkeit aufgegeben wird, da so günstigere Verwaltungsstrukturen geschaffen werden können“, erläuterte Thomas Mensing. Schließlich sei die Stadt Gronau der größte Geber bei der Samtgemeindeumlage. „Die Stadt erwirtschaftet Überschüsse durch die Gewerbesteuerzahler und kann so langfristige Verbindlichkeiten abbauen und jedes Jahr Kredite tilgen. Die Mitgliedsgemeinden östlich der Leine hingegen erzielen keine Überschüsse und konsolidieren ihre Haushalte zum Teil bereits seit 15 Jahren“, informierte der Fachmann. Die Geldsummen für die Samtgemeinde ließen sich jedoch durch verschiedene Strukturänderungen bei einer Fusion mit Partnern von außen reduzieren. „Wenn es eine Fusion mit anderen geben soll, basiert dies auf einer Entscheidung Dritter“, betonte Thomas Mensing die Bedeutung der Aufgabe der Kleinteiligkeit.

Per se könne er nicht sagen, dass die Stadt Gronau durch die jetzt eingeleiteten Schritte nur gewinnen kann, sollte eine Fusion mit Partnern wie Duingen, Sibbesse oder Elze nicht klappen: „Es wird uns aber auch nicht zum Nachteil werden. Dann bestünde weiterhin die Samtgemeinde, in der die Stadt jetzt schon die höchsten Beiträge zahlt“, so Mensing. Bei einem Zusammenschluss mit Betheln, dem Despetal, Rheden und Brüggen würde ein Stadtrat gewählt werden, dem höchst wahrscheinlich statt jetzt 17 dann 25 Mitglieder aus allen Orten angehören würden. Um jedoch abzusichern, dass alle ehemaligen Gemeinden einen Ansprechpartner haben, sollen laut des Gebietsänderungsvertrages Bürgerbeauftragte eingesetzt werden.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare