Auen-Nacht verzaubert die rund 1 200 Besucher in Deilmissen

Wandelnde „Kunststücke“

„Godal der nordische Schamane“ verzaubert die Gäste mit Worten über das Geben und Nehmen auf der Mutter Erde.

DEILMISSEN Erstmals begann die Auen-Nacht am späten Nachmittag, damit die Besucher den Garten und die darin installierten Kunstobjekte auch im Hellen betrachten konnten. Nach Auskunft der Organisatoren waren die ersten Gäste schon eine Stunde vor der offiziellen Eröffnungszeit da. Insgesamt sind etwa 1 200 Besucher in die Traumwelt abgetaucht, in die das Gelände für eine Nacht verwandelt wurde.

Der Rundgang durch den Garten führte die Besucher auf überwiegend schmalen Pfaden durch den Gemüsegarten, in dem geschnitzte Skulpturen mit den Namen „Immer zu zwei‘n und die Musik von Vorgestern“ oder „Ein Stück Zeit“ sowie weitere Exponate zum Verweilen und Diskutieren einluden. Das Gemüsebeet wurde zum Spaß mit bunten Plastikrosen bestückt. Doch auch wandelnden „Kunststücken“ konnten den Besuchern, auf der großen Wiese, der Sonnenterrasse, am großen Wallnussbaum oder an anderen Orten begegnen. Das waren beispielsweise eine meterhohe, grüne Waldgestalt, die riesige Seifenblasen rieseln ließ. Für die Kinder war das ein Riesenspaß, die schillernden Blasen zerplatzen zu lassen. Auf der großen Wiese verzauberte „Godal der nordische Schamane“, mit Worten über das Geben und Nehmen auf der Mutter Erde, die Menschen, die in sein Märchenzelt traten. Gleich daneben hätten die Besucher ein entspanntes Bad beim „Schwarzen Schorsch“ nehmen können. „Leider macht niemand den Anfang, in unser 40 Grad warmes, milchgetrübtes Wasser zu steigen“, sagte Heike Gurung, die gemeinsam mit „Schorsch“ das „Badehaus Draconis“ betreibt. Fasziniert und fast hypnotisiert verfolgten die Besucher die Bahnen, die große, silber-glänzende Kugeln auf einer überdimensionalen Murmelbahn aus einer Stahlkonstruktion zogen. Ein Vergnügen zum Kreischen bereitete den Kindern, die sich trauten, darauf Platz zu nehmen, das „Muskel-Karussell“.

Als sich später die Sonne am Himmel senkte, zeigte sich das Gelände in neuem Licht. Hier und da tanzten bunte Lichter in den Bäumen, ein leuchtendes Spinnennetz zeigte sich am Wegesrand und Lagerfeuer verbreiteten wohliges Licht und Wärme.

Dann begann das umfangreiche Programm, für das insgesamt zwölf Spielstätten geschaffen wurden. Auf der großen Wiese ertönten Klänge der Indischen Sitar, Akkordeon und Gesang oder Folkmusik. Jonglage und Action gab es an wechselnden Standorten zu sehen, so dass egal wo sich die Besucher aufhielten, immer eine andere Besonderheit zu sehen war. Schweißtreibende Arbeit leisteten die Leute an der Feuerküche, die an mehreren offenen Feuern Gemüse, Kartoffeln und Fleisch brieten. Auch den Mitarbeitern in den Zelten und Buden mit heißen und kalten Köstlichkeiten wurde es bestimmt nicht langweilig.

Feuershow

Das Highlight zum Abschluss des Abendprogramms bot eine Feuershow der Gruppe „Lichterloh“, die auch in der Hausgemeinschaft lebt. Das Besondere an ihren Shows ist, dass sie eine Rahmenhandlung verfolgen, die sich diesmal auf den wilden Westen bezog. Nach der Show erntete die Gruppe begeisterten Applaus. Bevor im Anschluss die Party mit Musik vom DJ im großen Zelt startete, erlebten die Gäste ein atemberaubendes Feuerwerk, für das eine eigene Abschusskonstruktion gebaut wurde.

Katja Geissler gehört mit zum Team, das bis spät in die Nacht den Eingang und die Kasse betreute. Sie berichtete, dass in diesem Jahr besonders viele Familien mit recht kleinen Kindern zu Gast waren. Besondere Freude herrscht bei allen Beteiligten darüber, dass sich die Auen-Nacht als Veranstaltung für unterschiedlichste Gruppen und Generationen durchgesetzt hat.

Diesmal fand die Auen-Nacht zum sechsten Mal in Deilmissen statt und wird von der gleichnamigen GbR und der Hausgemeinschaft Heinser Straße 4 ausgerichtet. Geld verdienen die Organisatoren mit der Veranstaltung nicht. Als Lohn sehen sie die zufriedenen Besucher und das Gelingen des Konzeptes, dass viele unterschiedliche Menschen gemeinsam feiern. „Ein großer Dank gilt auch den Bewohnern des Dorfes, die es ohne Gegenwind zu bieten, jedes Jahr in Kauf nehmen, dass der Ort komplett zugeparkt ist“ sagte Katja Geissler, auch im Namen der Hauptorganisatorin Andrea Flohr.

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