Jugendliche aus Gronau und Hannover erschaffen Leinestadt im Computerspiel „Minecraft“ / „Kirche ist cool geworden“

Virtuelles Gronau wächst und wächst

„Gronau bei Minecraft“: Bastian Sievers, Kai Köllemann, Johannes Mühr und Victor Herbig (von links) wollen möglichst detailgetreu ihre Heimatstadt nachbauen. Besonders stolz sind sie auf die St. Matthäi-Kirche in Gronaus Innenstadt. Auch haben sie einen Trailer entwickelt, unterlegt mit epischer Musik.

GRONAU Die Leinestadt gibt es jetzt auch virtuell – zumindest ist sie in Arbeit. Sechs Jugendliche aus Gronau und Hannover haben sich ans Werk gemacht, die Stadt möglichst originalgetreu in der Welt des Computerspiels „Minecraft“ nachzubilden.

Ende 2011 hat Bastian Sievers mit seinem „Gronau bei Minecraft“-Projekt begonnen. „Anfangs nicht regelmäßig, inzwischen aber baue ich täglich an Gronau“, informiert der 15-Jährige, der aus Gronau stammt, nun aber in Hannover wohnt. Auf die Idee hatte ihn sein Vater gebracht: „Ich hatte gerade etwas fertiggestellt und da meinte mein Vater, baue doch jetzt Gronau nach“, erinnert sich der Hannoveraner, der nach wie vor regelmäßiger Gast in der Leinestadt ist. So entstehen täglich neue Häuser, Gronau wächst und wächst. „Etwa 45 Prozent haben wir bereits geschafft“, ist auch der 13-jährige Kai Köllemann aus Gronau stolz. Zum Team gehören zudem der 16-jährige Victor Herbig und der zwölfjährige Johannes Mühr aus Gronau. Die Jugendlichen kennen sich aus der Schule und aus dem Sportverein, auch über das soziale Netzwerk „Facebook“ haben sie zueinander gefunden. Dort nämlich können sich Interessierte für das Projekt anmelden, um mitzubauen.

Das Computerspiel „Minecraft“ bietet verschiedene Modi an, in einem Modus geht es etwa ums Überleben, in einem anderen darum, kreativ zu werden. „Gebaut wird in Blöcken“, schildert Bastian Sievers das Vorgehen: „Besonders schwierig ist es, aus diesen Blöcken etwa runde Straßen entstehen zu lassen.“ Und wie Kai Köllemann beipflichtet, erfordere das originalgetreue Nachbilden der Leinestadt viel Geduld.

Begonnen hat Bastian Sievers mit seinem Zuhause an der Straße „Hoher Escher“. Dort nahm alles seinen Anfang. „Für Gronau haben wir eine Welt ausgewählt, die flach ist und viele Grünflächen hat“, teilt er mit. Für die weitere Umgebung hat sich der 15-Jährige schließlich eine Kamera geschnappt, um Aufnahmen zu machen. Immerhin soll alles möglichst detailgetreu nachempfunden werden. Besonders stolz ist er auf die Gronauer St. Matthäi-Kirche: „Sie ist wirklich cool geworden.“ Und mit wenigen „Klicks“ ist im Hintergrund sogar ein Feuerwerk über den virtuellen Dächern Gronaus zu sehen.

An viele Details haben die Jugendlichen gedacht: So gibt es das idyllische Plätzchen an der Leine-Insel, das Gronauer Lachszentrum, den Marktplatz mit dem Kiosk und dem Bücherschrank, ja sogar das Haus von Gronaus Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler existiert in der virtuellen Welt.

Anweisungen erhalten die Spieler von Bastian Sievers über „Skype“, ein Programm zum kostenfreien Telefonieren, dann loggen sie sich über den Server ein und können gemeinsam an der Computerwelt basteln. „Bis wir fertig sind, wird es noch ein Weilchen dauern“, sagt Bastian Sievers: Ende 2014 aber soll Gronau fertig sein – und dann? „Wir werden die Map dann zum Download freigeben“, kündigt er an. Dann können alle Interessierten im virtuellen Gronau spielen. Wessen Interesse nun geweckt ist, kann sich einen ersten Eindruck bei Facebook unter „Gronau bei Minecraft“ verschaffen.

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