Minigolf-Anlage eröffnet: 16 Jugendliche haben sich mit ihrem Engagement schon jetzt in die Herzen der Gronauer gespielt

Vertrauen der Stadt – „einfach nur geil“

16 Jugendgruppenleiter sind für den Betrieb der Minigolf-Anlage verantwortlich. Zum Team gehören Kimberly Angel, Time Aue, Vanessa Claus, Melissa Dietz, Miriam Gohl, Lena Grünhagen, Lennart Jost, Leon Keminer, Christina Köhler, Henrike Lambrecht, Ayleen Rothe, Timo und Leonie Sadek, Sven Schrickel, Jonas Wiening und Sven Ische. Foto: Klein

GRONAU Wie sieht Verhandlungsgeschick aus? Wie wird ein Dienstplan entwickelt? Und wie hoch kann die Gewinnspanne eines Lollies eigentlich sein? Dies sind nur einige Fragen, mit denen sich 16 Jugendliche beschäftigt haben. Sie nämlich sind die neuen Pächter der Minigolf-Anlage in der Leinestadt.

Einen besseren Start hätten sich die 16 Jugendgruppenleiter wohl kaum wünschen können. Pünktlich zum Saisonbeginn zeigte sich nicht nur die Sonne, sondern auch Publikum. „Danke, dass so viele gekommen sind“, begrüßte der 16-jährige Jonas Wiening die zahlreichen Gäste vor der städtischen Einrichtung: „Bedanken wollen wir uns auch für die Unterstützung. Bis vor einigen Minuten hat beispielsweise noch Werner Gömann hier geackert.“ Viel Arbeit haben die Jugendlichen in den vergangenen Wochen in ihr neues Projekt investiert, informierte die 16-jährige Ayleen Rothe: „Was hinter einem Kiosk so alles steckt?“ Der große Dank der Jugend galt vor allem der Stadt Gronau: „Dass wir das Vertrauen der Stadt bekommen, ist einfach nur geil.“

In der Verwaltung ist diese Idee, hier Jugendliche einzubinden, nämlich gewachsen. Grund hierfür war, dass die Familie Adler, die diese Anlage seit nahezu 30 Jahren betrieben hat, aus gesundheitlichen Gründen die Pacht aufgeben musste. Diese war zunächst vakant – bis das Jugendzentrum als Schirmherr gefunden wurde. „Es ist wohl erstmalig in der Geschichte der Jugendarbeit, dass Jugendgruppenleiter Verantwortung für eine öffentliche Einrichtung übernehmen“, freute sich Verwaltungschef Rainer Mertens über das Engagement der Jugendlichen, das auch der vertrauensvollen Zusammenarbeit mit dem JUZ-Team zu verdanken ist. Und er erinnerte sich noch allzu gut an damalige Zeiten, denn Anfang der 80er Jahre wurde es kritisch gesehen, dass ausgebildete Jugendgruppenleiter eine derartige Verantwortung übernehmen. „Ich habe damals gesagt: Das geht“, war Rainer Mertens von Anfang an überzeugt – und die damaligen Jugendgruppenleitern gaben ihm schließlich mit ihrer Arbeit Recht. Gestern aber fiel kein kritisches Wort; man hat heute Vertrauen zu den Jugendlichen, die mit ihrem Einsatz in den vergangenen Wochen längst bewiesen haben, dass sie sich mit der Minigolf-Anlage bereits identifizieren. „Ich bin überwältigt“, kommentierte Regjina Palokaj vom JUZ-Team den Einsatz der 16 Jugendgruppenleiter. „Das kommt nicht von ungefähr“, lobte Rainer Mertens vor diesem Hintergrund die Arbeit in der Jugendbegegnungsstätte. Und auch Gronaus Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler zollte den Jugendlichen Anerkennung: „Ich finde es wirklich super, dass sie hier Verantwortung übernehmen.“ 22 Jugendgruppenleiter sind im vergangenen Jahr ausgebildet worden, 20 sind noch immer aktiv. „Das zeigt, dass wir in Gronau nicht allzu große Probleme haben, junge Leute für das Ehrenamt zu gewinnen“, freute sich der Bürgermeister, der dieses Projekt „als Signal“ sieht, das durchaus nachahmungswert sei.

Behandelt werden die Jugendlichen von der Stadt wie erwachsene Pächter. Die Hälfte der eingenommenen Eintrittsgelder erhalten sie am Ende der Saison als Gewinn, der zweckgebunden in die Jugendarbeit fließt. Derzeit schwebt den Jugendlichen laut Regjina Palokaj vor, die Einnahmen in Projekte zur Musikförderung zu investieren. Der Erlös aus dem Kiosk-Verkauf kommt den Jugendlichen ebenso zugute. Doch in die eigene Tasche wirtschaften wollen sie nicht, sie investieren lieber in „ihre“ Minigolf-Anlage. Diese ist nun täglich von 15 bis 20 Uhr sowie am Wochenende und in den Ferien von 10 bis 20 Uhr geöffnet.

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