Minigolf-Projekt unter JUZ-Schirmherrschaft: Jugend stellt sich unter Beweis

Vom „Versuchsballon“ zur großen „Erfolgsstory“

Die Jugendlichen haben eine Saison den Betrieb der Minigolf-Anlage in Gronau übernommen. Das erfolgreiche Projekt soll nun fortgesetzt werden – mit einer AG an der Kooperativen Gesamtschule sollen weitere Mitstreiter gewonnen werden. Foto: Klein

Gronau War das Projekt rund um die Minigolf-Anlage anfangs „ein Versuchsballon“, hat es sich inzwischen zur „Erfolgsstory“ entwickelt. „Die Jugendlichen haben gute Arbeit geleistet“, zieht Claudia Hennies von der Verwaltung Bilanz. Fachbereichsleiterin Stephanie Klages pflichtet bei: „Sie haben hier das nötige Fingerspitzengefühl bewiesen.“

Es war das erste Projekt, das Gronaus neue Ordnungsamtsleiterin Stephanie Klages im März vergangenen Jahres auf den Tisch bekommen hatte: „Ich hatte von Anfang an ein gutes Gefühl“ – allen Unkenrufen zum Trotz. Nachdem das Ehepaar Adler den Betrieb der Minigolf-Anlage aus gesundheitlichen Gründen schweren Herzens aufgeben musste, reifte in der Verwaltung die Idee, Jugendliche einzubinden. „Wir wollten ihnen die Möglichkeit geben, sich zu beweisen“, teilt Stephanie Klages mit. Immerhin eilt Jugendlichen meist ein negativer Ruf voraus: Sie seien unmotiviert, würden sich nicht in die Gemeinschaft einbringen und Verantwortung schon gar nicht übernehmen wollen. 16 Jugendliche aus der Samtgemeinde Gronau haben im vergangenen Sommer bewiesen, dass sie sehr wohl Verantwortung übernehmen können. Sie haben die Minigolf-Anlage in Eigenregie geführt und den dortigen Kiosk betrieben – mit einem erstaunlichen Ergebnis: 3 061 Besucher zählte das Team in der vergangenen Saison, die wohlgemerkt kürzer als eigentlich üblich und zudem teilweise noch verregnet war. „Die Jugendlichen haben ihre Verpflichtung sehr ernst genommen“, lobt Claudia Hennies: „Selbst beim größten Regen haben sie die Anlage nicht geschlossen.“ Zwar durften die Jugendlichen keinen Alkohol ausschenken, doch zu Umsatzeinbußen habe dies keineswegs geführt. „Sie haben wirklich ein gutes Ergebnis erzielt“, freut sich Stephanie Klages.

Im Rahmen des Neujahrsempfangs der Stadt Gronau werden die jugendlichen Pächter ihren symbolischen Scheck von Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler erhalten. Die Einnahmen werden geteilt: Jeweils die Hälfte geht als Pacht an die Stadt sowie an die Jugendlichen. Ihr Gewinn fließt Angaben von Regjina Palokaj vom Gronauer Jugendzentrum, das die Schirmherrschaft des im Landkreis Hildesheim einmaligen Projektes übernommen hatte, in ein neues Vorhaben. „Die Jugendlichen regten an, ein Open-Air-Sommerfest zu veranstalten“, informiert sie über das Engagement der Jugend. Diese Idee aber müsse zunächst noch wachsen.

Das Erfolgsprojekt soll in jedem Fall fortgesetzt werden: Über das „Netzwerk Kinder- und Jugendarbeit“ wird an der Kooperativen Gesamtschule eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die interessierte Jugendliche auf den Betrieb der Minigolf-Anlage vorbereiten soll. Die Leitung übernehmen Jonas Wiening und Tim Aue vom Minigolf-Team sowie Regjina Palokaj. Zudem haben einige Mitglieder des bisherigen Pächter-teams bereits ihre Unterstützung zugesagt. „Ich hoffe, das sich ein Minimum von 15 Schülern meldet“, appelliert Regjina Palokaj. Immerhin habe das Projekt vieles bewirkt: „Ich hätte nicht gedacht, dass die Jugendlichen so viele Kompetenzen erwerben“, freut sie sich. Tim Aue und Jonas Wiening etwa absolvieren jetzt ein Freiwilliges Soziales Jahr in der KGS. Zwei andere Jugendliche leiten inzwischen Arbeitsgemeinschaften an der Grundschule. Weitere Mitglieder des Minigolf-Teams sind von Eltern angesprochen worden, um deren Kindern Nachhilfeunterricht zu geben. „Das Projekt hat ein so gutes Image vermittelt“, betont Regjina Palokaj – wohlgemerkt weit über die Grenzen Gronaus hinaus.

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