Spielplatz bleibt „Im Grund“ / Schuldenberg im Despetal

„Verlegung wäre zu kostspielig“

Der Kinderspielplatz in Nienstedt bleibt auf seinem gut erreichbaren Standort „Im Grund“, abseits der großen Straßen. Foto: Schirdewahn

EITZUM Die Kasse der Gemeinde Despetal ist akkurat geführt, doch die finanzielle Lage bleibt angespannt, das wurde den Ratsmitgliedern bei ihrer Sitzung im Deutschen Haus in Eitzum wieder einmal ins Gedächtnis gerufen. Anlass waren die Jahresabschlüsse der Jahre 2010 und 2011, die jetzt vom Gemeinderat genehmigt wurden, nachdem das Rechnungsprüfungsamt beim Landkreis Hildesheim keine Beanstandungen vorzubringen hatte.

Aufgrund der ordnungsgemäßen Haushaltsführung wurde gleichzeitig dem Gemeindedirektor Entlastung erteilt. Kämmerin Birgit Engel nutzte die Gelegenheit, über eine erfreuliche Entwicklung im laufenden Jahr zu berichten. Die Gewerbesteuer dürfte rund 20 000 Euro höher ausfallen als veranschlagt, allerdings muss ein großer Teil davon als Umlage abgeführt werden. Außerdem wurden Einnahmen aus einem Grundstücksverkauf erzielt. Trotzdem bleibt der Gemeinde ein sechsstelliger Schuldenberg, so der Hinweis von Albert Rehse (SPD). Eine längere Diskussion entwickelte sich um die mögliche Verlegung des Kinderspielplatzes in Nienstedt. Aus der Bevölkerung war die Anregung gekommen, den Spielplatz hinter die Ziegenberghütte neben den Bolzplatz zu verlegen und damit auch bei dörflichen Veranstaltungen zu nutzen. Die Verwaltung hatte hierzu eine umfangreiche Vorlage erarbeitet, deren Argumente deutlich für die Beibehaltung des jetzigen Zustands sprechen. Alle Nienstedter Kinder können den gegenwärtigen Standort „Im Grund“ ohne Querung stark befahrener Straßen und bei zumutbarer Entfernung erreichen. Die neue Fläche läge jenseits der Landstraße und müsste wegen der früher hier verlaufenden Bahntrasse auf Schadstoffe untersucht und möglicherweise saniert werden.

Für die notwendige Änderung des Flächennutzungsplans wären weitere Haushaltsmittel einzuplanen, ebenso für neues Spielgerät, denn ein großer Teil des gegenwärtigen Inventars würde eine Umsetzung wohl nicht „überleben“. Außerdem müssten die Geräte vom Bauhof nach Normvorschrift aufgebaut werden, Eigenleistung der Dorfgemeinschaft sei hier nicht möglich, heißt es in der Vorlage. Der Rat lehnte eine Verlegung ab. Schon angesichts der veranschlagten Kosten von 12 500 Euro sei eine weitere Diskussion überflüssig, meinte Bürgermeister Andreas Zastrow (SPD). Der Aufwand für die Erstellung einer so breit angelegten Vorlage wäre nicht notwendig gewesen. Die Verwaltung sei zu umfassender Information verpflichtet, konterte Gemeindedirektor Rainer Mertens. Diesem Anspruch kam er nach und berichtete über die Tätigkeiten des Bauhofs, so die regelmäßigen Kontrollen auf den Spielplätzen sowie Unterhaltungsarbeiten an Sportstätten, Straßen und Gräben. Die Fusionsverhandlungen mit der Samtgemeinde Duingen sind nach seinen Worten gut voran gekommen. Auch innerhalb der Samtgemeinde Gronau zeichne sich ein klares Bild ab, wonach sich die Stadt Gronau sowie die Gemeinden Banteln, Betheln, Brüggen, Despetal und Rheden zusammenschließen wollen, so der Verwaltungschef. Sämtliche Beratungen müssen bis zum Jahresende abgeschlossen sein.

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