Verein für Handel und Gewerbe will Aufklärungsarbeit leisten: Raumordnerische Beurteilung ist nun öffentlich einzusehen

„Fair und richtig“ – „ohne Polemik“

Abbo Poppinga (l.) und Uwe Felgendreher vom VHG hängen die raumordnerische Beurteilung zum Fachmarktzentrum im Schaukasten auf dem Marktplatz aus.

GRONAU Anfang März hat der Landkreis Hildesheim die raumordnerische Beurteilung zum im Westen der Leinestadt geplanten Fachmarktzentrum erteilt. Das Ergebnis ist längst bekannt: „Das Vorhaben ist mit den Zielen der Raumordnung und Landesplanung vereinbar... .“ Der Verein für Handel und Gewerbe (VHG) will nun der Bevölkerung Gelegenheit geben, die nahezu dreiseitige Beurteilung zu lesen – und hat sie deshalb sowohl im Schaukasten auf dem Marktplatz ausgehängt als auch im Internet veröffentlicht.

19 Uhr am Schaukasten auf dem Gronauer Marktplatz: Nach und nach finden sich die Kaufleute ein, auch die Bürgerinitiative „Zukunft-Gronau“ zeigt Präsenz. Doch die interessierte Bevölkerung, mit der der Gewerbeverein ins Gespräch kommen wollte, bleibt weitgehend aus. Nur wenige, die sich an etwa einer Hand abzählen lassen, nutzen das VHG-Angebot. Woran liegt's: Ist die vor mehr als zwei Monaten ausgeprochene Beurteilung ein alter Hut, an dem kaum noch jemand Interesse hat? Oder sind es viele Gronauer einfach leid, wieder und wieder über das Fachmarktzentrum zu diskutieren und eben immer die gleichen Argumente von Kritikern und Befürwortern zu hören? Der Verein für Handel und Gewerbe will die Anzahl der Bürger an diesem Abend nicht weiter bewerten, ihm gehe es darum, Aufklärungsarbeit zu leisten.

„Mahnende Worte"

Immerhin habe Jürgen Flory, Leiter der Stabstelle für Kreisentwicklung des Landkreises, in seiner Beurteilung „mahnende Worte“ an die Verantwortlichen gerichtet. „Diese muss Herr Flory nicht schreiben. Wir sollten also aufpassen, was wir dort machen“, betont VHG-Vorsitzender Dieter Meyer. Es seien „kleine Halbsätze“ und „kleine Nuancen“, die dem Gewerbeverein zeigen, dass seine Sorgen um ein Fachmarktzentrum mit einer Verkaufsflächengröße von 3 880 Quadratmetern keineswegs unbegründet seien, pflichtet Verwaltungsvorstand Erich Jäkel bei.

„Auch bis zum Ende lesen"

Doch wie der VHG immer wieder feststellen muss, sprechen viele Menschen über die unterschiedlichsten Medien über das Fachmarktzentrum und die im zweiten Anlauf positiv ausgefallene Beurteilung des Lankreises, doch kaum jemand würde die Details kennen, nennt VHG-Mitglied Abbo Poppinga die Intention, das Schreiben nun öffentlich zu machen. „Wer sich die Beurteilung anschaut, muss sie auch bis zum Ende lesen“, weist auch er auf die letzten Absätze im Dokument hin, die städtebauliche Hinweise für Gronau enthalten.

VHG wird nicht klein beigeben

Bisher habe es noch keine endgültige politische Entscheidung in dieser Angelegenheit gegeben: „Wir stehen mittendrin“, sagt Abbo Poppinga – und der VHG wolle keineswegs klein beigeben: „Wir werden nicht nachlassen“, betont er. Wichtig sei dem Gewerbeverein allerdings „fair und richtig“ zu diskutieren, „ohne Polemik“, betont Erich Jäkel. Die raumordnerische Beurteilung ist somit ab sofort im Schaukasten auf dem Marktplatz oder im Internet unter www.vhg-gronau-leine.de nachzulesen.

Finden Sie die Aktion des Gewerbevereins gut? Oder sind Sie die Fachmarktzentrum-Debatte langsam leid? Nutzen Sie die Kommentar-Funktion auf dieser Seite.  

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare