Kindergartenleiterin Anneliese Hein stellt situationsorientierten Ansatz vor

„Unterstützung im emotionalen Bereich“

Anneliese Hein, Leiterin des Regenbogenkindergartens Betheln, zeigt das Buch, in dem alle Aktionen und Projekte festgehalten werden. Foto: Siedlaczek

BETHELN Neue Personen, neue Ideen – und die sind manchmal richtig gut. So auch im Fall von Anneliese Hein. Bereits im August vergangenen Jahres übernahm sie die Leitung des Regenbogenkindergartens Betheln, jetzt stellt sie auch der LDZ ihr neues Konzept, den situationsorientierten Ansatz, vor.

„Es geht um die Kinder und darum, sie wertzuschätzen, ihnen Selbstbewusstsein und soziale Kompetenz zu vermitteln“, umreißt Hein die Grundzüge ihrer pädagogischen Arbeit. Bevor sie nach Betheln kam, stand vor allem Bewegung im Konzept der Einrichtung. Diese sei zwar auch heute noch wichtig, doch versuche man nun, noch individueller auf die Bedürfnisse, Gefühle und Emotionen der einzelnen Kinder einzugehen. „Wir arbeiten sehr eng mit den Eltern zusammen“, sagt Hein, die sogar eine Umfrage durchgeführt hat, um zu ermitteln, was sich die Eltern von der Einrichtung wünschen.

„Wir haben herausgefunden, dass sich viele Eltern Unterstützung im sozialen und emotionalen Bereich wünschen“, erklärt Hein, und genau an diesem Punkt setze das Konzept einer situationsorientierten Betreuung an. Um optimal auf die Kinder einzugehen und herauszufinden, was sie benötigen, haben Hein und die Erzieherinnen der Einrichtung die Kinder beobachtet, und das, was dabei auffiel, genau entschlüsselt. „Wir können jetzt unsere Projekte entsprechend gestalten, bieten ganz unterschiedliche Bewegungsspiele an und führen auch Experimente durch“, erläutert Hein den neuen Ansatz im Alltagsgeschehen. Dabei sei es stets von großer Bedeutung, die Kinder wertzuschätzen und ihnen sogar ein Mitspracherecht einzuräumen. So durften die 22 Jungen und Mädchen bei der Umgestaltung der Einrichtung aktiv mitarbeiten. „Wir haben die Kinder helfen lassen und auch viele Ideen von ihnen umgesetzt“, sagt Hein. Dadurch fühlten sich die Kinder ernstgenommen, was sehr wichtig sei.

Und das Konzept zeigt erste Erfolge: „Wir haben beobachtet, dass sich die Kinder untereinander vielmehr austauschen“, freut sich Hein. Auch das Spielen finde seither in größeren Gruppen statt, und Probleme werden gemeinsam und demokratisch gelöst. „Die Kinder übernehmen ein gewisses Maß an Verantwortung. Sie erfahren Selbstwirksamkeit und lernen letztendlich auch die Bedeutung von Zivilcourage kennen“, so die Leiterin, die sich für die Kinder etwas ganz Besonderes hat einfallen lassen. „Wir haben ein Buch zusammengestellt, das nicht nur unsere Aktivitäten vorstellt, sondern auch zusammenfasst, was wir gemeinsam mit den Kindern für ein besseres Miteinander erarbeitet haben“, sagt Hein. Neu sind auch die sogenannten Entwicklungssterne für die zukünftigen Abc-Schützen. Die Spitzen der Sterne stehen dabei für einzelne Gefühle und Eindrücke der Kinder: „Sowohl die Kinder, als auch die Eltern und Erzieher malen die Sternspitzen soweit aus, wie sie es in Bezug auf die Frage für richtig halten“, erklärt Hein. Anschließend werden die Sterne verglichen. „Auf diese Weise erfahren die Eltern, wie die Kinder sich fühlen, was die Erzieher denken, und wie sie selbst die Situation sehen“, beschreibt Hein das weitere Vorgehen. Der neue situationsorientierte Ansatz sei für viele Eltern noch neu und ungewohnt, weiß Hein, doch ist sie sich sicher, durch konkrete Erfolge auch Skeptiker zu überzeugen. „Im März planen wir eine Zufriedenheitsbefragung unter den Eltern“, sagt die Leiterin, dann könne man konkret sagen, wie die Arbeit des Kindergartens bei den Eltern ankomme.

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