Unterricht auf Distanz?

Alexander Herfort (KGS) ärgert die Schulpolitik: „Der Kultusminister hat verpennt, die Schulen in den vergangenen zehn Monaten sicherer zu machen!“

Alexander Herfort.
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Alexander Herfort.

Gronau – Lange haben sie sich das Szenario B in ihrer Schule gewünscht, jetzt haben die Schüler der 10H1 der Gronauer KGS es, würden aber lieber ihre Gesundheit schützen und aus der Distanz lernen: Niedersachsen geht bei der Bildung in Zeiten von Corona einen Extraweg. Während in vielen Bundesländern die Schulen ganz geschlossen bleiben, findet in Niedersachsen für die Grund- und Abschlussschüler abwechselnd Unterricht auf Distanz und in Kleingruppen vor Ort statt. „Wir haben uns für Szenario B eingesetzt, als die Inzidenz noch weit unter 100 lag, damit sie nicht hochgeht“, sagt Alexander Herfort als Klassensprecher der 10H1. Jetzt reiche das Szenario B nicht mehr aus. „Schärfere Maßnahmen an den Schulen sind längst überfällig. Die Bundesregierung warnt vor dem mutierten Virus, das auch bei jungen Menschen zu schweren Krankheitsverläufen führen kann. Deshalb sind so krasse Maßnahmen wie möglich nötig, damit das mutierte Virus nicht in die Schule kommt“, erläutert der Abschlussschüler. In seinen Augen habe „der Kultusminister verpennt, die Schulen in den vergangenen zehn Monaten sicherer“ zu machen. „Und jetzt stiehlt er sich wieder aus der Verantwortung und wälzt diese an die Eltern ab“, ärgert sich der 17-Jährige. Denn nun sollen die Eltern und Schüler entscheiden, ob sie nur aus der Distanz lernen möchten. „Die Hälfte meiner Klasse würde gerne von zu Hause lernen, um ihre Gesundheit und die ihrer Familie zu schützen. Aber sie trauen sich nicht – durch den Druck der Abschlussarbeiten und weil sie Angst haben, zu viel zu versäumen“, sagt Alexander Herfort. „Dass es zu dem Punkt gekommen ist, an dem Schüler ihre Gesundheit hinter die Bildung stellen, finde ich echt krass.“

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