Kulturkreis lädt zur Lesung mit Schriftstellerin Eleonore Dehnerdt ins Kaminzimmer des Museums ein

Ungeahnter Andrang

Die Lesung ist ausverkauft: Gudrun Nolte vom Kulturkreis (links) begrüßt Eleonore Dehnerdt, die sich in ein historisches Gewand gekleidet hat. Fotos: Hoffmann

GRONAU Eleonore Dehnerdt war am vergangen Freitag zum ersten Mal im Gronauer Stadtmuseum zu Gast. Die Schriftstellerin, die ursprünglich aus Urbach in Süddeutschland stammt, studierte in Hildesheim Sozialpädagogik und wagte 2011 den Sprung zur freischaffenden Schriftstellerin.

Dehnerdt schreibt an erster Stelle Romanbiografien, die immer von Frauen erzählen. So handelt ihr neuester historischer Roman von der Herzogin Elisabeth von Calenberg. Die Geschichte spielt in der Zeit der Bauernaufstände, der Türken- und Religionskriege. Erst 14-jährig wird die damalige Elisabeth von Brandenburg mit dem 40 Jahre älteren Herzog Erich I. vermählt. Nach dessen Tod übernimmt Elisabeth die Regentschaft des von Hannover, Hameln über Northeim und Göttingen bis Münden reichenden Herzogtums. Im regen Austausch mit Luther, Corvinus und Landgraf Philipp von Hessen führt sie die Reformation ein.

„Ich habe den Tipp von den Landfrauen in Hohenhameln bekommen und wollte Dehnerdt unbedingt auch zu uns nach Gronau einladen“, erzählt Gudrun Nolte vom Kulturkreis, die den Abend organisiert hat. Sie selbst findet das Thema des historischen Romans sehr interessant und dachte, dass es auch viele Besucher in das Kaminzimmer des Museums ziehen könnte. „Mit so vielen Interessierten haben wir nicht gerechnet, im Vorverkauf haben wir fast 30 Karten verkauft“ so Nolte. Die Besucherzahl ging sogar über die 30 hinaus: Die Lesung war ausverkauft. Im Museum sollen in diesem Jahr vier bis sechs Lesungen stattfinden. Gudrun Nolte erzählte allerdings auch, dass es oft so interessante Themen gibt, dass mehr Lesungen stattfinden. So war auch Dehnerdts Lesung ursprünglich nicht vorgesehen. Umso erfreuter war sie über den großen Andrang der Besucher.

Da die Romanbiographie „Die Reformatorin“ aus Sicht der Kammermeisterin geschrieben wurde, las Eleonore Dehnerdt im historischen Gewand. Sie fragte die Zuhörer zuallererst, wer von ihnen wusste, um wen es sich bei der Herzogin Elisabeth von Calenberg handelte. Nur wenige meldeten sich, und auch die Schriftstellerin gab zu: „Mir ging es genauso. Der Verlag schlug mir drei Frauen vor, über die ich schreiben konnte. Als ich mich näher mit der Geschichte der Herzogin von Calenberg beschäftigte, fiel mir die Wahl leicht.“ Dehnerdt erzählte, dass die Geschichte in einer grausamen Zeit spielte und sie nichts erfunden hat.

Die Schriftstellerin ist berührt von Herzogin von Calenbergs Leben: „Elisabeth von Calenberg war eine mutige Frau. Sie hat Hexen verfolgt und Kriege angezettelt, sie hatte den Mut zu leben. Aber in der Historie sind es oft die Frauen, die vergessen werden.“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare