Verein „Brückenwege“ weiht Räume am DRK-Heim ein

„Tag der Freude und des Dankes“

Zahlreiche Gäste kommen in den neuen Räumen des Vereins „Brückenwege“ in der Burgstraße miteinander ins Gespräch und tauschen sich über ihre Erfahrungen aus. Fotos: Hüsing

GRONAU „Es ist für mich ein Tag der Freude und des Dankes“, begrüßt Gunild von Houwald die Gäste. Die Vorsitzende des Vereins „Brückenwege“ ist überrascht und begeistert, wie viele Menschen gekommen sind, um sich die Räume des Vereins, der die Inklusion leben möchte, anzusehen.

„Das DRK-Heim ist uns sehr entgegengekommen, so dass wir diese Räume in der Burgstraße streichen und renovieren konnten“, erzählt die Vereinsvorsitzende.

Bereits im Februar 2010 hat sich aus einem Hauskreis ein Freundeskreis gebildet, der einer sozialen Arbeit nachgehen wollte. „Wir wussten zunächst nicht, welcher Art“, erinnert sich Petra Warneke von Houwald. Doch bereits ein halbes Jahr später war den elf Personen des Freundeskreis klar: Sie möchten eine ambulante Betreuung für psychisch kranke und geistig behinderte Menschen anbieten. Nach und nach entstand das Konzept, so dass sich der Verein „Brückenwege“ im April 2012 formierte.

Unterstützung für ihr Projekt erfuhren die zwölf Mitglieder durch die evangelische St. Matthäi-Kirchengemeinde. „Wer hat die Inklusion erfunden?“, fragt Pastor Wolfgang Richter daher zu Beginn seiner kleinen Andacht, die er anlässlich der Einweihungsfeier abhält. Den Begriff Inklusion könne man vielleicht auf eine Person aus der Neuzeit zurückführen, doch den Gedanken gelebt habe bereits Jesus Christus. Und so arbeitet auch der Verein „Brückenwege“ nach dem Motto: „Hilf mir, es selbst zu tun.“ Drei Klienten hat das ambulante betreute Wohnen bereits. Sie alle werden derzeit von Petra Warneke von Houwald betreut. Die Gronauerin ist Sozialpädagogin und Sozialmanagerin und war sieben Jahre als leitende Mitarbeiterin in einem Wohnheim mit psychisch kranken Menschen tätig. „Ich habe während meiner Arbeit dort erlebt, wie isoliert die Menschen in dem Wohnheim lebten. Dadurch wurden sie einsam und unselbständig“, erzählt Petra Warneke von Houwald von ihren Erfahrungen. Diese Entdeckungen seien für sie die „Triebfeder“ gewesen, eine Arbeit zu initiieren, bei der die Klienten in ihrer eigenen Wohnung ambulant betreut und trotzdem in die Gesellschaft eingebunden werden: „Das soziale Umfeld ist sehr wichtig“, betont sie: „Auch behinderte Menschen bringen viele Gaben mit, die es wiederzuentdecken gilt.“ Deshalb sei ein wichtiges Ziel ihrer Arbeit, ein gemeinsames Leben von Behinderten und Nichtbehinderten zu entwickeln: „Es ist erstaunlich, was in Menschen durch ihre Einbindung ins Geschehen passiert.“ Zu den Angeboten des Vereins gehören daher auch gemeinsame Aktivitäten: „Mittwochs kochen wir ab 10 Uhr gemeinsam“, informiert sie die Gäste. Auch weitere Angebote sind in Planung, sollen jedoch mit den Klienten nach ihren Interessen abgestimmt werden. Meistens kommen die Betreuer von bereits diagnostizierten Patienten auf den Verein zu, doch auch die Klienten selbst können sich an die Betreuer wenden. „Ich gebe auch unverbindlich Auskünfte oder stehe Hilfesuchenden mit einem Rat zur Seite“, gewährt Petra Warneke von Houwald einen kleinen Einblick in ihre tägliche Arbeit.

In einer Arbeitsgruppe haben sich Interessierte zusammengeschlossen, die sich ebenfalls vorstellen könnten, die Betreuung zu übernehmen, wenn weitere Klienten hinzukommen.

Der Verein „Brückenwege“ gehört dem Diakonischen Werk der Landeskirche an und wurde durch die Aktion Mensch und Wülfing-Impuls unterstützt.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare