„Wir sind in der Phase des Suchraums“

GRONAU n Der Netzbetreiber Tennet will durch die so genannte Suedlink-Trasse Strom von Schleswig-Holstein nach Süddeutschland befördern (die LDZ berichtete). Und dieses Mega-Vorhaben, dessen Planungen noch viele Jahre in Anspruch nehmen werden, tangiert wohl auch die Samtgemeinde Leinebergland.

Drei Korridore durch den Landkreis Hildesheim sind vorgeschlagen. Einer führt, je nachdem wie die Landeshauptstadt Hannover umkreist wird, durch den Ostkreis, einer knickt nördlich von Elze nach Westen ab und führt durchs Külftal, der Weg des dritten Korridors führt zwischen Betheln und Gronau westlich von Dötzum entlang und dann nördlich von Heinum in Richtung Eberholzen. „Wir sind in der Phase des Suchraums“, sagt Landschaftsplanerin Iris Dittmann von der Gronauer Verwaltung. Das heißt, dass gerade die allererste Planung angelaufen ist, in der Kommunen und Bürger beteiligt werden. Der Unterschied zu „Wahle-Mecklar“ vor sechs Jahren bestünde darin, so Verwaltungschef Rainer Mertens, dass Tennet versichert hat, Suedlink unter der Erde entlangzulegen: „Dadurch wird die Sache entspannter für die Bürger. Denn selbst, wenn die Trasse in der Nähe des eigenen Grundstücks entlangführt, ist zwar die Bauphase störend, aber die spätere Belastung ist überschaubar.“ Mertens weist zudem darauf hin, dass man Hysterie vermeiden sollte, denn immerhin sei „die Energiewende politisch gewünscht“. Die Verwaltung wird bis 29. November, das ist der vorgegebene Stichtag, ihre Meinung zu den Korridoren abgeben. „Wir äußern uns zu Belangen, die die Bevölkerung betreffen“, sagt Mertens, und Dittmann gibt Beispiele. Unter anderem tangiert der westliche Korridor die Wohnbebauung (Deinsen, Lübbrechtsen) und das Naturschutzgebiet „Dunser Wiesen“. Im östlichen Trassenverlauf liegen beispielsweise Dötzum und das Naturdenkmal „Wasserlade“ nördlich von Heinum. In diesem ersten Schritt sind die Korridore mit einer Breite von 1000 Metern festgelegt. Nachdem dann die Einwendungen gesichtet sind, geht es ins Planfeststellungsverfahren, wo sehr viel genauere 50-Meter-Korridore ausgewiesen werden. Doch bis dahin könnte noch viel Wasser die Leine runterfließen: Einen genauen Zeitplan gibt es nicht. Denn nicht nur Kommunen sind aufgefordert, Einwendungen zu machen. Auch Bürger werden von Tennet beteiligt, und Rainer Mertens ruft dazu auf, Einwendungen abzugeben. Dies ist unter www.suedlink.tennet.eu möglich, und zwar ebenfalls bis 29. November. Und wer sich an „Wahle-Mecklar“ erinnert, der weiß, wie sich das Verfahren ziehen kann. Damals wurden tausende Stellungnahmen abgegeben, die alle gesichtet werden mussten, ehe es ins Planfeststellungsverfahren ging.

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