Es ging eigentlich nur um einen Grundsatzbeschluss, der Finanz- und Bauausschuss steigt aber bereits tief ins IEK ein

Standort für „Bürgerzentrale“ umstritten

Das Gebäude in der Hauptstraße 8 soll laut IEK in eine „Bürgerzentrale“ umgewandelt werden. Foto: Klein

GRONAU Eigentlich war es lediglich „ein formaler Akt“ für die Mittelanmeldung im Rahmen des Förderprogramms „Kleinere Städte und Gemeinden“, trotzdem ist der Finanz- und Bauausschuss tief in das Interkommunale Entwicklungs- und Handlungskonzept (IEK) eingestiegen. Große Kritik erhielt aber nicht das Vorhaben, eine „Bürgerzentrale“ in der Leinestadt zu schaffen, sondern vielmehr der im IEK vorgesehene Standort.

Bauamtsleiter Hans Kirsch ließ in aller Kürze die Stationen Revue passieren: Es hat eine Steuerungsgruppe mit den Bürgermeistern oder dessen Vertretern aus allen Mitgliedsgemeinden Gronaus, der Samtgemeindeverwaltung und der Niedersächsischen Landgesellschaft gegeben. Diese haben unter Berücksichtigung der Bürgerbeteiligung ein umfangreiches Konzept entwickelt, das konkrete Projekte beinhaltet. „Mit diesem Konzept stellen wir die Weichen für die Zukunft“, betonte Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler, der gerade mit Blick auf die Fusion überzeugt war: „Es ist unsere Pflicht, eine gewisse Infrastruktur in den Gemeinden vorzuhalten.“

Vorgesehen ist, eine „Bürgerzentrale“ einzurichten, die als zentraler Anlauf- und Koordinierungspunkt für die unterschiedlichsten Themenbereiche dienen soll. „Zum Beispiel könnte dort auch die Rentenberatung stattfinden“, informierte Hans Kirsch in aller Kürze. Gesundheit, Jugend und Mobilität sind weitere Themen, über die sich Interessierte dort informieren könnten. Während in den Mitgliedsgemeinden Zweigstellen entstehen soll, ist die Zentrale im Gebäude in der Hauptstraße 8 vorgesehen. Dieses befindet sich noch im Privatbesitz. Allein in die Sanierung und den Umbau würden 625 000 Euro fließen.

Mehrfach verdeutlichte Hans Kirsch, dass es sich hier lediglich um „einen formalen Akt“ handelte, um die Zuschüsse für das kommende Jahr zu beantragen. Die Entscheidung aber, ob die „Bürgerzentrale“ tatsächlich umgesetzt und in dem Haus eingerichtet wird, war an diesem Abend nicht zu treffen. Trotzdem konnte die CDU Teile des Beschlusses nicht mittragen: Laut Ratsherr Alexander Peetz wollten die Christdemokraten klar herausgestellt haben, dass es sich hier um eine Absichtserklärung für die Durchführung des IEK handelte. Dies wurde letztlich einstimmig akzeptiert.

Auch dem konkreten Projekt der „Bürgerzentrale“, wie es im IEK formuliert ist, konnte die CDU nicht zustimmen. Es ging um den Standort: „Für uns hat sich hier ein ganzer Fragenkatalog ergeben“, sprach er das Gebäude an der Hauptstraße an. Auch Klaus Trojok vom Bündnis für Gronau (BfG) war sich nicht sicher, „ob dieses marode Haus wirklich die beste Wahl ist“. Er plädierte stattdessen für das Wilhelm-Fricke-Haus, das sich ohnehin bereits im Besitz der Stadt befinde.

Wie Hans Kirsch aber verdeutlichte, ist es nicht möglich, so einfach den Standort zu verändern, ohne eben Zeit zu verlieren. Wohl aber hätten die politischen Gremien noch Gelegenheit, über den Standort zu diskutieren und diesen gegebenenfalls später noch zu ändern. Wie SPD/WG-Fraktionsvorsitzender Hans-Gerhard Besser verdeutlichte, sollte nicht unnötig lange gewartet werden. „Demnächst sind wir nicht mehr allein“, blickte der Sozialdemokrat in Richtung Fusion. Die Entscheidungsempfehlung bezüglich des konkreten Projektes der „Bürgerzentrale“, wie es im IEK beschrieben ist, fiel negativ aus – mit vier Nein- und drei Ja-Stimmen.

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