Drogerie, Textilien, Schuhe und Café im Osten der Stadt? / Uwe Felgendreher (VHG) äußert Sorgen

Städtische Politik stellt erste Weichen

Die Stadt Gronau beginnt, die Weichen für die Entwicklung des ehemaligen Mastenplatzes zu stellen. Einstimmig votiert der Finanz- und Bauausschuss für die Aufstellung eines Bebauungsplans.

GRONAU Noch immer gibt es offenbar keinen Vertragsabschluss mit dem Investor, der den ehemaligen Mastenplatz entwickeln möchte. Wohl aber wird die Politik bereits tätig und beginnt, die städtebaulichen Weichen zu stellen: Im Rahmen der Sitzung des Finanz- und Bauausschusses wurde jetzt die Aufstellung eines Bebauungsplans empfohlen – und zwar einstimmig.

Trotzdem ist das gesamte Konzept noch schwammig, zumindest für die Öffentlichkeit. Denkbar wären auf dem rund 9 000 Quadratmeter großen Gelände ein Drogeriemarkt, ebenso die Sortimente Schuhe und Textilien. Auch ein Café könnte dort angesiedelt werden. „Der abschließende Besatz an Fachmärkten kann zum heutigen Tag noch nicht abschließend festgestellt werden, da entsprechende Verhandlungen mit geeigneten Betreibern noch zu führen sind“, heißt es in der vorgelegten Beschlussvorlage. Wohl aber könnte in einem zweiten Bauabschnitt die Erweiterung des südlich angrenzenden Rewe-Marktes erfolgen. Sollte es weiterhin Flächenpotenzial geben, könnte im Rahmen eines dritten Abschnittes ein „nicht großflächiges Fachgeschäft“ angesiedelt werden.

Es gab keinerlei Diskussionen im Rahmen der Sitzung, lediglich eine einstimmige Empfehlung des Gremiums sowie eine Bitte an die Samtgemeinde, den Flächennutzungsplan entsprechend zu ändern.

Der Einwohnerfragestunde sei Dank, wurde das Thema aber dann doch noch einmal aufgegriffen: Uwe Felgendreher sorgte sich als stellvertretender Vorsitzender des Vereins für Handel und Gewerbe um die Gronauer Innenstadt. Daher sein Appell: „Verschenken Sie nicht ihre letzte Einflussnahme“, brachte er eine Beschränkung von Sortimenten ins Gespräch: „Befassen Sie sich noch einmal mit der Gronauer Liste.“ Drogerie sei unstrittig, wohl aber bestehe die Sorge, dass sich ein zweites Fachmarktzentrum nun im Osten entwickele und Kundenströme aus der Innenstadt ziehe.

Wie Thomas Mensing aber informierte, sei es nicht zielführend, Sortimente zu beschränken und den Investor damit „so hart an die Kandare zu nehmen“. Der Ausschuss selbst zeigte sich gelassen. CDU-Ratsherr Alexander Peetz verriet, weshalb: „Der Antritt kam diesmal von der Stadt Gronau. Die Verwaltung ist hier vorbildlich vorgegangen.“ Seinen Angaben zufolge wurden der Politik im Rahmen „einer Investoren-Show“ fünf Vertreter vorgestellt, die ihre Konzepte präsentierten. Darunter sei ein Investor gewesen, der sich mit Manpower deutlich abhob. Zudem seien die Ambitionen des Investors diesmal andere: Er wolle selbst als Betreiber dort tätig werden.

Wie aber verträgt sich dies: Eine neue Entwicklung auf der einen, Leerstand aber auf der anderen Seite? Wie Ausschussvorsitzender Hans-Peter Klose informierte, würden im „Leine-Center“ ganz „eigene Gesetze“ herrschen. Die Politik habe keinerlei Einfluss, da sich die Flächen nicht in ihrem Besitz befinden. „Wir haben hier keine Möglichkeit, in den Markt einzugreifen“, sagte Verwaltungschef Rainer Mertens. Zudem erläuterte sein Stellvertreter Thomas Mensing, dass die dortigen Flächen zu klein seien, um das geplante Angebot unterbringen zu können. Die Stadt hatte sich erhofft, ein vereinfachtes Bauleitplanverfahren durchführen zu können. Möglichst schnell wolle sie dem Wunsch aus der Bevölkerung nach einem Drogeriemarkt Rechnung tragen. „Wir wollen nichts auf die lange Bank schieben“, sagte Thomas Mensing. Allerdings hätten Gespräche mit dem Landkreis ergeben, dass hier ein reguläres Verfahren vorgenommen werden muss, das etwa acht, neun Monate Zeit in Anspruch nimmt. „Unser großes Ziel ist aber weiterhin, dass der Baustart Ende des Jahres erfolgen kann“, informierte Rainer Mertens.

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