Erneuter Gesprächsbedarf über Weihnachtsmarkt / Sind Papphütten aus Herford die Rettung für dieses Jahr?

Stadtrat widmet sich frostigem Thema

Gronaus Weihnachtsmarkt ist ein Dauerbrenner in der Politik. Zunächst aber wird im Stadtrat erst einmal ein „Wenn..., dann...“-Beschluss gefasst. Foto: Mosig

GRONAU Eine unspektakuläre Sitzung des Gronauer Stadtrates – keine großen Diskussionen, stattdessen einstimmige Beschlüsse. Dies lag auch daran, dass der für die Bevölkerung wohl interessanteste Punkt der Tagesordnung, die Anhebung des Hebesatzes der Grundsteuer B, abgesetzt wurde.

„Das Thema ist uns einfach zu wichtig“, begründete SPD-Fraktionschef Hans-Gerhard Besser, weshalb die SPD/WG-Fraktion diesen Punkt von der Tagesordnung nehmen wollte: „Uns fehlen Daten und Fakten.“ Auch Katja Hayek-Fischer, Fraktionsvorsitzende des Bündnisses für Gronau, war verwundert, dass sich dieses Thema plötzlich auf der Tagesordnung befand. Zwar hatte die Fraktion längst einen Antrag zur Anhebung der Hebesätze gestellt, doch wolle man sich Zeit für die Beratung nehmen – wenn auch „zähneknirschend“, denn „wir wollen ja endlich Nägel mit Köpfen machen“, mahnte Katja Hayek-Fischer, das Thema möglichst zügig in Angriff zu nehmen, um es noch in den nächsten Haushalt einbeziehen zu können. Auch die CDU schloss sich an, das Thema abzusetzen. In der nächsten Finanz- und Bauausschusssitzung soll es aber auf den politischen Tisch kommen.

Und so ging es weiter im Stadtrat – locker, harmonisch und in steter Einigkeit. Überraschend war allerdings, dass das Endlos-Thema Weihnachtsmarkt erneut für Gesprächsbedarf sorgte. Grund hierfür war das bereits im Kulturausschuss thematisierte Problem, dass die Stadt Alfeld ihren Weihnachtsmarkt verlegt, so dass die Leinestadt nicht mehr die Hütten für ihren Markt nutzen kann – es sei denn, die Gronauer verlegen ihre Veranstaltung vor. „Es ist ein Thema, das uns schon einige Jahre verfolgt“, fasste Christdemokrat Dietmar Zimmer zusammen. Somit stand zunächst der Vorschlag im Raum, den Weihnachtsmarkt einmalig auf den 29. November vorzuverlegen. Sozialdemokrat Jens Frühauf regte zudem an, dass sich die Politik entscheiden müsse, „wie wir überhaupt weitermachen wollen“, wies er auf die Kritik aus der Bevölkerung hin. Im kommenden Jahr sollte man „endlich einen Strich drunter machen“, mahnte Jens Frühauf. Bürgermeister Karl-Heinz Gieseler hatte zumindest eine Idee, die kurzfristig helfen könnte: Papphütten könnten von den vergangenen Hansetagen in Herford organisiert werden. „Wir müssten nur den Transport klären“, sagte er. Begeistert war Rolf Klepping von der CDU nicht: „Die Papphütten sind nicht so mein Ding. Wir sollten uns lieber um etwas Handfestes kümmern.“ Gronaus Bürgermeister stimmte zu: „Eine dauerhafte Lösung wäre das nicht“, wohl aber könnte diese Idee kurzfristig helfen. Alexander Peetz (CDU) stellte zudem in den Raum, sich mit Ankauf-Möglichkeiten solcher Hütte zu beschäftigen und dann zu prüfen, ob angeschaffte Hütten nicht auch vermietet werden könnten. Auch sei die Frage nach Lagermöglichkeiten zu klären. Günter Falke (SPD) brachte vor diesem Hintergrund ins Spiel, Sponsoren für den Kauf von Hütten zu finden.

Letztlich fasste der Rat aber erst einmal einen „Wenn..., dann...“-Beschluss. Sollte es möglich sein, Papphütten aus Herford noch zu bekommen, sollen diese in die Leinestadt transportiert werden. Der ursprünglich vorgesehene Termin für den Weihnachtsmarkt, der diesmal am 6. Dezember stattfindet, soll dann beibehalten werden. Sind aber keine Hütten aus Pappe mehr erhältlich, soll der Gronauer Weihnachtsmarkt auf den 29. November vorverlegt werden.

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