Informationsabende zur selben Zeit

Spitzt sich Kampf der Schulen zu?

Die Eltern der Bantelner Grundschule wollen ihre Einrichtung nicht im Regen stehen lassen: Sie haben die „Gemeinschaft Pro GS Banteln“ ins Leben gerufen, um sich im Kampf um den Schulerhalt besser organisieren zu können. Foto: Mosig

EIME / BANTELN Welche pädagogischen Konzepte bieten die beiden Grundschulen in Eime und Banteln? Wie sieht ihr Raum-Konzept aus? Und was verrät der Blick auf die Schülerzahlen? Der Kampf der beiden Grundschulen spitzt sich zu – die Sitzung des Schulausschusses steht bevor. Es dauert nicht einmal mehr zwei Wochen, dann kommen die Mandatsträger zusammen, um eine Empfehlung der von der Politik einberufenen Kommission zu erfahren. Haben beide Schulen bereits in der Vergangenheit versucht, sich im bestmöglichen Licht zu präsentieren, geht es nun munter weiter – mit Informationsabenden am selben Tag, zur selben Uhrzeit. Ist dies ein Zufall?

„Wir sind schon überrascht“, sagt Olaf Marthiens im Gespräch mit der LDZ: „Es erweckt den Eindruck einer Provokation“, räumt der Schulelternratsvorsitzende der Grundschule Banteln ein, der zugleich gemeinsam mit Michael Grohn „Die Gemeinschaft Pro GS Banteln“ – einen Zusammenschluss von Eltern – anführt. Seinen Ausführungen zufolge haben die Bantelner den Termin für ihren umfangreichen Informationsabend bereits vor vier bis sechs Wochen festgelegt. Noch vor den Herbstferien haben die rund 150 Kinder der Schule Flyer erhalten.

„Kinder im Fokus“

„Die Vermutung, die Eimer haben uns dies nachgemacht, liegt schon nahe“, äußert sich Dr.-Ing. Olaf Marthiens vorsichtig. Dabei wolle man Abstand nehmen, eben keinen Kampf austragen. „Wir konzentrieren uns darauf, was unsere Schule zu bieten hat“, betont der Schulelternratsvorsitzende: „Die Kinder stehen im Fokus.“ Um sich besser organisieren zu können, haben die Eltern der Bantelner Schule die „Gemeinschaft Pro GS Banteln“ ins Leben gerufen. Aus jedem Ort der Schulkinder ist ein Vertreter im Vorstand – und der Zusammenhalt spreche für sich. „Es ist schon beeindruckend, dass alle Eltern dahinter stehen“, freut sich Olaf Marthiens.

500 Flyer hat die Gemeinschaft drucken lassen – „und alle sind weg“. Darin finden Interessierte bereits einige Informationen sowie den Hinweis auf den Informationsabend am kommenden Donnerstag. Alle Eltern sowie weitere interessierte Besucher sind willkommen, per Brief sind auch die Ratsmitglieder eingeladen worden. „Wir freuen uns natürlich, auch Ratsmitglieder begrüßen zu können, aber in Bedrängnis wollen wir niemanden bringen“, teilt der Schulelternratsvorsitzende mit.

„Keine böse Absicht“

Zu exakt derselben Zeit laden auch der Eimer Schulelternrat, der Förderverein und die Grundschule die Bevölkerung ein, sich einen Eindruck über die Einrichtung zu verschaffen. „Das ist mehr oder weniger Zufall“, kommentiert Schulelternratsvorsitzender der Eimer Grundschule, Lars Reckstadt, die Termindoppelung. Es stecke keinerlei „böse Absicht“ dahinter, und provozieren wolle man erst recht nicht: „Wir haben nicht vor, Grabenkämpfe mit Banteln auszutragen.“ Vielmehr konzentrierten sich die Grundschule, ihr Förderverein sowie ihr Schulelternrat darauf, die Eimer Einrichtung zu erhalten. „Die Bantelner sind ja schon intensiv vorgegangen“, räumt der Schulelternratsvorsitzende ein. Dem wolle die Eimer Schule in nichts nachstehen.

Aufklärungsarbeit

Der Informationsabend soll in erster Linie Aufklärungsarbeit leisten: „Wir haben festgestellt, dass viele Menschen gar nicht wissen, dass die Standort-Frage im Raum steht“, schildert Lars Reckstadt die Intention. Die Idee für diesen Abend ist Ende September entstanden. Dann aber musste noch geklärt werden, wann die Mehrzweckhalle in Eime überhaupt verfügbar ist.

Ansprechen wollen die Eimer mit ihrer Veranstaltung alle Einwohner des Flecken, auch Ratsmitglieder seien willkommen – und wie Lars Reckstadt informiert, gibt es sogar Interessierte aus Lübbrechtsen und Rott. „Wir wollen die Vorteile unserer Schule hervorheben“, sagt er: „Und den Kommunalpolitikern zeigen, dass sie nicht alles machen können“. Er würde sich wünschen, dass nicht allein „die blanken Zahlen“ die Entscheidungsgrundlage bilden, sondern auch der Elternwille Berücksichtigung findet. Immerhin hätten sich bei der Unterschriften-Aktion bisher 600 Menschen mit der Eimer Schule solidarisch erklärt. „Einige Listen sind noch unterwegs“, kündigt er an, das Werk im Rahmen der Samtgemeinderatssitzung dem Verwaltungschef überreichen zu wollen. Zudem ist ein Protestmarsch durch Eime geplant, ein entsprechender Antrag liegt bereits beim Landkreis.

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