Kochpokal-Landesfinale in der KGS

Spaß soll im Vordergrund stehen

Küchenmeister Peter Elmers von der BBS Stadthagen und „Kochen macht Schule“-Geschäftsführer Lutz Lange zeigen den KGS-Schülern, was ihnen an der Präsentation gefallen hat und was die Jugendlichen künftig verbessern können.

GRONAU „Aufgeregt, nervös, angespannt“ – mit diesen Adjektiven beschreibt Ina Marquardt, Lehrerin für die Fächer Hauswirtschaft und Textil an der Gronauer Kooperativen Gesamtschule, den Gemütszustand ihrer vier Schülerinnen, die sich gestern im Landesfinale des Schülerkochpokals gegen zwei andere Schulen behaupten mussten.

„Aber sie sind besser drauf als die Tage zuvor“, fügt Ina Marquardt noch hinzu: Viermal haben die Schülerinnen das eigens für den bundesweiten Wettbewerb zusammengestellte Menü gekocht, um für den Landesentscheid gut vorbereitet zu sein. „Wir haben so ziemlich alles erlebt“, schildert die Lehrerin – von der angebrannten Suppe über Verletzungen beim Schnippeln der Zutaten bis hin zu Problemen, die vorgeschriebene Kochzeit einzuhalten. Der Schülerkochpokal wird zum 16. Mal ausgetragen – doch Ina Marquardt hatte mehr oder weniger zufällig davon erfahren. Neun Tage vor Ablauf der Anmeldefrist ist sie auf den Wettbewerb aufmerksam geworden; sie hatte Unterlagen in ihrem Fach. Kurzfristig fragte sie in ihren Wahlpflichtkursen nach, in den siebten Klassen sowie in der achten Hauptschulklasse. Und das Interesse der Schüler war groß: Neun Gruppen mit jeweils vier Teilnehmern haben sich am Wettbewerb beteiligt; alle arbeiteten einen Menüvorschlag mit entsprechender Präsentation aus. „Der Wettbewerb ist sehr anspruchsvoll“, informiert die Lehrerin: Immerhin müssen die Schüler ein Drei-Gänge-Menü für vier Personen erarbeiten, das zum einen den Preis von 18 Euro nicht überschreitet, zum anderen dem Motto „Land auf, Land ab aus Deutschen Landen“ gerecht wird. 131 Teams haben teilgenommen, im Bundesfinale am 8. Juni werden sich die besten 13 Mannschaften gegenüberstehen. Im Landesentscheid in Gronau treten die Teams von der Realschule Seesen, der Oberschule Hohenkirchen aus Wangerland und eben der KGS Gronau an.

Wie Lutz Lange, der Geschäftsführer der gemeinnützigen GmbH „Kochen macht Schule“, die den Schülerkochpokal gemeinsam mit dem Verband der Köche Deutschlands initiiert, anmerkt, steht der Spaß im Vordergrund. „Es geht auch darum, dass die Schüler den Umgang mit frischen Zutaten lernen“, informiert Lutz Lange über die Intention des bundesweiten Wettbewerbs, der im Handwerk seinesgleichen suche. Sorgen aber bereite ihm die Förderung, auf Sponsoren sind die Initiatoren „Kochen macht Schule“ nämlich angewiesen. In der niedersächsischen Region Weser/Leine kam ein Vorentscheid etwa nicht zustande, weil Sponsoren fehlten. So riefen die Verantwortlichen angesichts der Vielzahl der Teams einen Rezept-Wettbewerb über das Internetportal Facebook ins Leben – eben darüber hat sich auch die KGS Gronau mit ihrem Menüvorschlag „Valentinstag“ qualifiziert. Das Team um Julia Friese (Gronau), Svea Johnsen (Banteln), Elena Quedenbaum (Eberholzen) und Kristina Schuldygin (Banteln) zauberte ein Drei-Gänge-Menü mit Rote-Beete-Suppe als Vorspeise, Hühnerfrikasse im Kartoffelring als Hauptgang und einem Schwarzwaldbecher als Dessert.

„Ihr habt es alle toll gemacht“, lobt Lutz Lange bei der anschließenden Siegerehrung. Eigens hierfür ist Küchenmeister Peter Elmers von der BBS Stadthagen eingeladen worden, um die Gerichte der Nachwuchsköche zu bewerten – vor allem aber, um ihnen einige Tipps mit auf den Weg zu geben. Hier gleich der erste Rat vom Experten: Finger weg von Brühe, lieber frische Kräuter verwenden. Auch rät er den Schülern, die Gänge nicht nur einmal abzuschmecken, sondern mehrfach zu probieren. „Alle haben sich Mühe gegeben. Manches aber hätte besser sein können“, fasst der Juror zusammen. Am Ende belegen die motivierten KGS-Köche den dritten Platz. Den zweiten Platz erreicht die Oberschule Hohenkirchen aus Wangerland. Sieger des Landesfinales ist demnach die Realschule Seesen, die somit Niedersachsen beim Bundesfinale vertreten wird. Enttäuscht über die Platzierung sind die Gronauer aber nicht: „Dank Frau Marquardt machen wir hier ganz viel im Bereich Hauswirtschaft“, lobt der stellvertretende Schulleiter Kai Birkner, der hofft, auch in Zukunft, wieder einmal Ausrichter des Kochpokal-Landesentscheids zu sein. Ina Marquardt bestätigt, im kommenden Jahr wieder antreten zu wollen. Dann aber – so schwebt ihr vor – soll es zuvor einen schulinternen Wettbewerb geben.

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