Zahlen, Daten und Fakten auf dem Tisch

Sorgen der Feuerwehren ausgeräumt?

Großes Interesse am Brandschutzbedarfsplan: Viele Interessierte, vor allem Mitglieder der Feuerwehren, haben sich zur ersten Beratung in Sachen Bedarfsplan eingefunden. Foto: Klein

GRONAU Zahlen, Daten und Fakten liegen vor – und mit ihnen „ein breites Meinungsspektrum“, informiert Samtgemeindebürgermeister Rainer Mertens im Rahmen der Sitzung des Ausschusses für Sicherheit und Ordnung über den Brandschutzbedarfsplan, den die Samtgemeinde Gronau als erste Kommune im Landkreis Hildesheim nun auf dem Tisch liegen hat.

Was aber bedeutet nun „breites Meinungsspektrum“? Der Verwaltungschef berichtete von Stimmen aus der Politik sowie aus den Reihen der Feuerwehr: Zum einen würden diese mahnen, weshalb die neuen aus dem Bedarfsplan resultierenden Erkenntnisse erst jetzt auf den Tisch kommen, zum anderen aber würde sich so mancher nun fragen, warum nun so viel Gas gegeben wird. Rainer Mertens aber beruhigte, die Verwaltung würde weder dem einen noch dem anderen folgen. „Wir haben nun Zahlen, Daten, Fakten auf dem Tisch. Nun müssen wir schauen, welche Konsequenzen wir daraus ziehen“, sagte Gronaus Verwaltungschef, der für diese Sitzung erst einmal einen Austausch vorsah. Im ersten Halbjahr des kommenden Jahres sollte die Politik schließlich in eine zweite Lesung gehen.

„Wir haben Zeit“

„Wir haben eine gute Struktur“, stellte Ratsherr Hans-Peter Klose von der Wählergemeinschaft fest: Bei der künftigen Diskussion aber sollte seinen Ausführungen zufolge die Diskussion um die Gebietsreform nicht außer acht gelassen werden. „Wir haben Zeit. Uns drängt ja niemand“, sagte er – auch im Hinblick umfangreicher Investitionen für Ausrüstung und Feuerwehrhäuser, die der Bedarfsplan aufzeigt. Doch wie sieht der Fahrplan aus? Laut Siegfried Schmidt sollte die Definition eines Schutzziels zunächst erst einmal Vorrang haben: „Das ist der erste Baustein zur Umsetzung des Brandschutzplans“, verdeutlichte der SPD-Fraktionsvorsitzende der Samtgemeinde Gronau. Durch diesen Antrag entbrannte eine Diskussion, die dem Zuschauer einen Eindruck vermittelte, wie komplex dieses Thema doch ist. Laut Bedarfsplan erfüllt die Samtgemeinde derzeit einen Zielerreichungsgrad von durchschnittlich 90 Prozent. Plötzlich aber ging es nicht mehr nur um das Schutzziel sowie den Zielerreichungsgrad, sondern auch um die Personalstärke der Feuerwehren. Gemeindebrandmeister Frank Kirchner betonte: „Wir müssen erst einmal wieder vernünftig mit den Feuerwehren reden.“ Die Sorgen, Feuerwehren müssten nun aufgelöst oder zusammengelegt werden, sind seinen Angaben zufolge groß. Wie Andreas Zastrow (SPD) beruhigte, ist dies jedoch nicht Gegenstand der politischen Arbeit, eben solange die Mindeststärke nicht unterschritten wird. „Da kommt der Druck ganz automatisch“, mahnte Frank Kirchner: Drei Feuerwehren in der Samtgemeinde Gronau, bei denen im kommenden Jahr die Wahl des Ortsbrandmeisters ansteht, rutschen nämlich unter 18 Kameraden, also unter die gesetzlich vorgeschriebene Mindeststärke. Wie Andreas Hasse von der Verwaltung allerdings aufzeigte, könnte angesichts des vorliegenden Brandschutzbedarfsplan beim Landkreis Hildesheim eine Ausnahmeregelung beantragt werden. „Ich würde dies gut finden, dann ist der Druck raus“, zeigte sich Frank Kirchner erleichtert.

Scheibchenweise wolle man sich den Bedarfsplan vornehmen: „In einem Stück werden wir das ohnehin nicht schaffen“, war Siegfried Schmidt überzeugt. Seinem Antrag, zunächst das Schutzziel festzulegen, folgte der Ausschuss einstimmig. Eine entsprechende Vorlage der Verwaltung soll Anfang des kommenden Jahres vorgelegt werden.

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