Schüler der 10H1 der KGS sorgen sich um ihren Abschluss

„Wir möchten in Szenario B bleiben“ 

Alexander Herfort (l.) und Fabian Behrens aus der 10H1 der KGS Gronau sehen ihren Abschluss gefährdet und schlagen vor, während der Pandemie in Szenario B zu bleiben. Sie haben sich mit einem Schreiben an Kultusminister Grant Hendrik Tonne gewandt.
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Alexander Herfort (l.) und Fabian Behrens aus der 10H1 der KGS Gronau sehen ihren Abschluss gefährdet und schlagen vor, während der Pandemie in Szenario B zu bleiben. Sie haben sich mit einem Schreiben an Kultusminister Grant Hendrik Tonne gewandt.

Gronau – „Das Szenario B wird erst angewandt, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist und bereits Klassen in Quarantäne sind. Wir haben das Gefühl, dass wir auf einem Pulverfass sitzen“: Die Schüler der 10H1 der KGS Gronau haben sich mit einem eindrücklichen Schreiben an Kultusminister Grant Hendrik Tonne gewandt. Denn die Klasse sieht ihren Realschulabschluss im kommenden Frühjahr gefährdet, sollte sie wegen der Pandemie in Quarantäne müssen.

Derzeit befindet sich die KGS aufgrund eines Corona-Infizierten unter den Schülern in Szenario B. „Sobald die 14 Tage um sind, gehen wir aber zurück in Szenario A“, beschreibt Alexander Herfort die Lage. Dies möchten er und seine Klassenkameraden gerne verhindern. „Momentan sitzen wir mit acht bis zehn Schülern mit ausreichend Abstand im Klassenraum. Die andere Hälfte der Klasse nimmt parallel von zu Hause am Unterricht teil“, so Alexander Herfort über die Situation. Für alle Schüler beginnt der Unterricht parallel – die einen erarbeiten den Unterrichtsstoff mit ihren Lehrern vor Ort, die anderen selbständig zu Hause. „Wenn wir Fragen haben, können wir während der Unterrichtsstunde mit unseren Lehrern chatten oder uns per Video in den Klassenraum zuschalten“, erklärt Alexander Herfort.

„Wir sitzen auf einem Pulverfass.“

Alexander Herfort, Klassensprecher 10H1 der KGS

Der Klassensprecher der 10H1 hat sich zusammen mit Fabian Behrens an hiesige Politiker gewandt und um Hilfe gebeten. „Volker Senftleben hat uns zugesichert, dass Schreiben an den Kultusminister weiterzuleiten und angeboten, sich mit uns als Klasse über die aktuelle Lage zu unterhalten“, zeigt sich Alexander Herfort erfreut.

„Wir schreiben im Frühjahr unsere Prüfungen für den Realschulabschluss. Wir können es uns nicht erlauben, in Quarantäne zu gehen und den notwendigen Stoff nicht zu schaffen“, werden die beiden Zehntklässler deutlich. Überall werde das Leben heruntergefahren, die Schüler dürfen sich zu Hause und draußen nur mit einem Freund treffen. „Aber im Klassenraum sitzen wir mit 25 Haushalten, in den überfüllten Bussen treffen wir weitere Schüler aus anderen Klassenstufen, Schulen und Orten“, ärgert sich Fabian Behrens über das derzeitige Vorgehen. „Vielleicht können sich die erwachsenen Politiker nicht in unsere Lage hineindenken. Aber dann sollen sie uns fragen und in die Entscheidungen einbeziehen“, wünscht sich Alexander Herfort ein Mitspracherecht im Namen der Schüler. Momentan hätten sie keinerlei Kontaktmöglichkeit zum Kultusministerium. „Es braucht eine Art Schülervertretung, die unsere Anliegen in Hannover vorbringen kann“, hofft Alexander Herfort, vom Kultusminister gehört zu werden. – kim

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