Gemeinderat Despetal berät sich zur Gewölbebrücke bei Nienstedt: 5 000 Euro im Haushalt, aber Entscheidung vertagt

Schrottimmobilie oder Baudenkmal?

Die 1899 errichtete Gewölbebrücke über die alte Eisenbahntrasse bei Nienstedt ist aus Sicherheitsgründen für Fahrzeuge gesperrt. Einem Abriss steht entgegen, dass die Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Hildesheim die marode Brücke als Industriedenkmal einstuft. Foto: Schirdewahn

DESPETAL Ein langer Abend für Maik Götze: Während der Sitzung des Gemeinderats Despetal standen neben den bisherigen Feuerwehrhäusern (die LDZ berichtete) noch allerlei weitere Bauwerke zur Debatte, so dass der Sachverstand des Bauamtsleiters unablässig gefragt war.

In der Samtgemeinde Gronau gibt es einen beinahe unüberschaubaren Bestand von Überführungen, die nach gesetzlicher Definition als Brücke gelten und besonderen Sicherheitsvorschriften unterliegen. Dazu gehört die 1899 errichtete Gewölbebrücke über die alte Eisenbahntrasse bei Nienstedt. Eine turnusmäßige Überprüfung brachte derartige Sicherheitsmängel zu Tage, dass die Brücke für Fahrzeuge jeder Art gesperrt wurde. Nur für Fußgänger und Radfahrer ist die Benutzung weiterhin gefahrlos möglich.

5 000 Euro erforderlich

Das historische Brückengeländer war schon lange nicht mehr seiner Aufgabe gewachsen, als Absturzschutz dienen behelfsmäßig angebrachte Leitplanken. Selbst zur Erhaltung des gegenwärtigen Zustands wären Aufwendungen von 5 000 Euro erforderlich, die anderen vorgestellten Varianten kosten bis zu 65 000 Euro. Um die Zufahrt zum Wald und die uneingeschränkte landwirtschaftliche Nutzung mit schweren Fahrzeugen zu gewährleisten, könnte die Brücke abgerissen und die Querung der Bahntrasse auf einem Damm entsprechend der Geländeform tiefer gelegt werden.

Flurbereinigung

Einem Abriss steht jedoch entgegen, dass die Denkmalschutzbehörde beim Landkreis Hildesheim die marode Brücke als Industriedenkmal einstuft. Armin Arand regte an, vom Rastplatz „Klein Posens Ruh“ her parallel zur Bahnstrecke den bestehenden Weg zu verlängern. Albert Rehse brachte eine Unterfütterung der Brücke ins Gespräch und zeigte den Zusammenhang mit der erwarteten Flurbereinigung auf. Der Rat beschloss zwar, den Mindestbetrag von 5 000 Euro im Haushalt einzustellen, eine endgültige Entscheidung wurde aber vertagt.

Wechselwirkungen mit einer Flurbereinigung kamen auch in Götzes Bericht über den gegenwärtigen Stand des Hochwasserschutzes zur Sprache. Dabei wurde deutlich, dass nicht Einzelmaßnahmen, sondern stets ein Netz aus vielen Rückhaltevorrichtungen gesehen werden muss.

Weiter wurde ein Zuschussantrag des TSV Eitzum behandelt, der den Vorplatz am Sporthaus überdachen will und dafür Kosten von 10 000 Euro erwartet. Da es in Eitzum keine Gasthaus mehr gibt, sei ein wetterunabhängiger Veranstaltungsort wichtig, heißt es in dem Schreiben. Allerdings entsteht gegenwärtig mit dem neuen Feuerwehrhaus ein solches Raumangebot, und Peter Neuber vermisste einen Kostenvoranschlag mit Angaben zu Größe, Art der Bauausführung und Eigenleistung. Der Rat stellt 2 500 Euro im Haushalt bereit, die Auszahlung erfolgt aber erst durch Einzelentscheid aufgrund entsprechender Nachweise.

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