Bethelner kämpfen um schnellere Internetversorgung / Große Unterschriftenaktion

„Schon lange ein Knackpunkt“

Christoph Dommel (links) und Jörg Fischer mahnen die Internetversorgung in Betheln an. Sie wollen diese nicht länger hinnehmen und sammeln nun Unterschriften. Foto: Klein

BETHELN „Ich lebe seit 29 Jahren in Betheln“, sagt Christoph Dommel: „Und die Internetversorgung ist schon lange ein Knackpunkt.“ In der Gemeinde Betheln sei nicht mehr als die Grundversorgung möglich. Dies wollen die Bethelner nicht länger hinnehmen: Sie initiieren eine Unterschriftensammlung – und hoffen auf möglichst großen Zuspruch.

Vor rund einem Jahr haben Christoph Dommel und Jörg Fischer eine Facebook-Seite ins Leben gerufen: „Wir wollten erst einmal alle Leute zusammenraufen, bevor wir weitere Schritte unternehmen.“ Die Seite hatte sich schnell verbreitet, das Problem in Betheln ist offenbar längst bekannt. Wie die beiden Bethelner schildern, gibt es in einigen Ecken des Ortes gar keine Internetversorgung. An anderen Stellen sei zumindest eine Grundversorgung möglich. Jörg Fischer hat mit seiner 4 000er-Leitung fast schon Glück. Dies aber sei nur in dieser Straße möglich: „Je näher wir in Richtung Gronau kommen, desto besser wird die Verbindung“, beschreibt Jörg Fischer die Situation. Die Grundversorgung aber stelle die Bevölkerung keineswegs zufrieden: Beim Anschauen von Videos stocke regelmäßig das Bild. „Das kannst Du vergessen“, schüttelt Christoph Dommel den Kopf. Auch Jörg Fischer hat Probleme: „Ich arbeite von zu Hause aus. Doch da die Dateianhänge stets größer werden, stockt es beim Hochladen immer wieder.“ Seine Freundin Melanie Zajons ist im Marketingbereich tätig: Früher konnte sie das so genannte Home Office nutzen, mit der Leitung in Betheln aber hat sie keine Chance. „Das ist einfach nicht möglich“, bedauert sie.

Die beiden engagierten Bethelner sind längst im Kontakt mit den Telekommunikationsanbietern. Die bittere Nachricht: In der Gemeinde Betheln ist derzeit nichts geplant. Auch die vom Überlandwerk Leinetal angebotene Funkvariante „leine-air“ sei keine Alternative. Bei so manchem Einwohner scheitere es schlichtweg am Empfang des Funksignals. „Der finale Startschuss war Brüggen“, räumt Christoph Dommel ein. In Brüggen wird es schnelles Internet geben – dank des Engagements einiger Bürger. Je nach Witterung sollen die Arbeiten hierfür im März dieses Jahres beginnen.

Diesem Beispiel aus Brüggen wollen Christoph Dommel und Jörg Fischer folgen: „Wir haben ja letztlich nichts zu verlieren“, sind die Bethelner überzeugt. Rund 400 Flyer haben sie an alle Haushalte in Betheln verteilt – mit dem Ziel, Unterschriften für schnelles Internet zu sammeln. Verpflichten aber werde sich mit dieser Unterschrift niemand, beruhigt Jörg Fischer. Lediglich einen Überblick über den Bedarf wollen die beiden Bethelner erhalten – und mit etwas Glück schnelles Internet. „Nach drei Tagen hatten wir schon 50 Unterschriften“, freut sich Christoph Dommel über die große Resonanz.

Noch bis 11. Januar haben Interessierte Gelegenheit, die Zettel mit ihrer Unterschrift bei Jörg Fischer, Neue Straße 10, oder bei Christoph Dommel, Über dem Nordbach 8, abzugeben. Weitere Flyer sind bei ihnen ebenso erhältlich. Auch mit den örtlichen Gewerbetreibenden wollen sie Kontakt aufnehmen, um deren Bedarf zu erfahren. Unterstützung erhalten sie vom SPD-Bundestagsabgeordneten Bernd Westphal. Die gesammelten Unterschriften will der Abgeordnete mitnehmen, ebenso sollen diese dem Anbieter htp überreicht werden.

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