Oliver Schwartz forscht nach alten Gronauer Aufnahmen – für ein DVD-Projekt

Der Schatzsucher

Oliver Schwartz hat in den Schränken der LDZ viele Kisten gefunden, in denen wahre Fotoschätze schlummern. Foto: Mosig

GRONAU Es ist ein ehrgeiziges Projekt. Oliver Schwartz möchte eine DVD mit alten Aufnahmen aus Gronau erstellen und startet zurzeit seine Suche nach geeigneten Materialien.

Schwartz, gebürtiger Gronauer, ist Reiseveranstalter (siehe Artikel rechts) und Videoproduzent. Jüngst führte er Regie beim Film „Bewegte Bilder aus Alfelds Geschichte“, der in Zusammenarbeit mit Matthias Quintel und Thorsten Schütz kurz vor Weihnachten herausgegeben wurde. Schütz und Quintel betreiben seit 2006 die Internetseite www.alt-alfeld.de und verfügen über ein riesiges Archiv an alten Fotografien und weiteren Materialien aus der Geschichte Alfelds. Die DVD ist professionell gemacht, arbeitet mit so genannten Morphing-Effekten und Überblendungen. „Schwierig war, einen roten Faden zu finden“, so Schwartz. Am Ende stand die Idee eines virtuellen Stadtrundgangs, der im Film von NDR2-Moderator Jens Mahrhold, ebenfalls ein alter Alfelder, moderiert wird. Der Erfolg der DVD gibt den Initiatoren recht: Zur Präsentation war die Schwerdtfeger-Aula voll, hunderte Exemplare sind bereits vergeben.

Und das Ganze jetzt nochmal für Gronau? „Ich stehe vor der entscheidenden Frage: Machen oder nicht machen?“, sagt Schwartz, der im Hintergrund von den Alt-Alfeld-Machern weiter unterstützt wird und jetzt erörtern will, was es an Materialien gibt. Vorstellen kann er sich vieles: Er sucht Bilder von alten Gebäuden und würde Videos mit Alteingesessenen drehen, um Geschichten über die Leinestadt zu sammeln. Insbesondere forscht er aber nach Videomaterial: „Es steckt eine Menge Arbeit drin, daher kann ich noch gar nicht sagen, was dabei herauskommt.“ In nächster Zeit will er Kontakte zum Museumsteam und zum Stadtarchiv knüpfen, aber vor allem ist er auf die Hilfe aus der Bevölkerung angewiesen. „Gerade in Bezug auf Filme brauche ich Input“, sagt der Gronauer. Das soll sich für beide Seiten lohnen: Viele Menschen haben noch alte 8-Milimeter- oder gar 16-Milimeter-Filme oder Aufnahmen auf Formaten wie VHS und Super 8. „Ich würde die Aufnahmen digitalisieren und wieder auf dem vom Besitzer gewünschten Format, beispielsweise Blu-Ray oder DVD, zurückgeben und erhalte dafür die Rechte“, so Schwartz´ Idee. Davon hätte jeder etwas, und zwar unabhängig davon, ob am Ende tatsächlich ein Gronau-Film zustande kommt. Als ersten Zeitraum hatte sich der Produzent gesetzt, „vielleicht bis Weihnachten“ für das Projekt zu brauchen – sollte es Material geben. 1998/99 war Schwartz freier Mitarbeiter der LDZ, und so wurde er jetzt hier vorstellig, um einen Aufruf zu starten und zu schauen, ob es auch hier Material gibt. Er stieß auf einige Schränke, in denen sich hunderttausende von Fotos, CD-Roms und Negativen befanden. Material scheint es also zu geben... „Danke und danke“, lautete sein erster Kommentar. Zum einen aufrichtig für die Schätze, zum anderen schnippisch für den Freizeitverlust, der ihm in den nächsten Jahren allein für diese Sichtung droht: „Ich wusste es, ich habe die Büchse der Pandora geöffnet“, so Schwartz, der gleich eine Kurskorrektur für die Fertigstellung des Projektes zu Protokoll gab: „Ich meinte natürlich, Weihnachten 2016.“

Wer „Schätze“ auf seinem Dachboden hat oder Hinweise auf altes Bildmaterial geben kann, kann sich unter 05181/90999000 oder unter info@aringo.de an Oliver Schwartz wenden.

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