Modell könnte Schule machen: Barfelderin ist Vermittlerin zwischen Landkreis und Eigentümern

Sabine Koch: „Unbedingt helfen“

Sabine Koch aus Barfelde will helfen, Wohnraum für Flüchtlinge zu finden. Sie tritt als ehrenamtliche Vermittlerin zwischen potenziellen Mietern und dem Landkreis auf. Foto: Klein

Barfelde „Ich wollte unbedingt helfen. Aber wie kann ich mich einbringen?“, erzählt Sabine Koch, welche Gedanken ihr im Zuge der Flüchtlingskrise ständig durch den Kopf schossen. Durch ihren Beruf ist es für die Barfelderin schwer, sich in die Deutschkurse für Flüchtlinge einzubringen. „Und Wohnraum kann ich nicht zur Verfügung stellen“, bedauert die 50-Jährige, die sich stattdessen als Vermittlerin engagieren möchte.

In Gedanken geht Sabine Koch durch den Ort. Es gebe durchaus elf potenzielle Ansprechpartner, die Wohnraum zur Verfügung stellen könnten. „Warum vermieten die Eigentümer ihren Wohnraum nicht an den Landkreis?“, fragt sie sich. Für sie sei es bedauerlich, dass leerstehende Objekte einfach verfallen, statt mit Leben gefüllt zu werden. „Ich meine, dass für viele Menschen die Hemmschwelle einfach zu hoch ist, an den Landkreis heranzutreten“, ist die Barfelderin überzeugt: „Deshalb möchte ich mich als Vermittlerin dazwischen schalten.“ Kontakt hat sie längst mit dem Landkreis aufgenommen, um Interessierten erste Eckdaten nennen zu können. Gleich eines vorweg: „Mieter ist der Landkreis – das ist ganz wichtig“, sagt Sabine Koch, die Ängste nehmen will: „Im Prinzip ist man auf der sicheren Seite, seinen Wohnraum an den Landkreis zu vermieten. Das ist doch sicherer, als einen Mieter auf dem freien Wohnungsmarkt zu finden.“ Niemand müsse sich sorgen, dass die Wohnung nach dem Auszug der Flüchtlinge unbewohnbar sei, stellt sie klar: „Der Landkreis wird als Mieter für Schäden aufkommen.“

Der Preis für die Kaltmiete ist nach der Quadratmeteranzahl gestaffelt. Einzige Voraussetzung: „Das Objekt muss bewohnbar sein.“ Auch gut, zu wissen: „Es ist keine dauerhafte Bleibe für die Flüchtlinge“, informiert sie: „Wenn sie einen Aufenthaltstitel haben, müssen sie sich selbst eine Wohnung suchen.“ Vor diesem Hintergrund kommt der Barfelderin der Flüchtlingsstrom ins Gedächtnis, den Barfelde schon einmal erlebt hat: „Meine Tante hat mir vieles erzählt.“ Viele Flüchtlinge aus den ehemaligen Ostgebieten sind nach Barfelde gekommen und haben sich hier letztlich ein Eigenheim geschaffen. „Das kann auch neue Impulse für den gesamten Ort geben“, ist Sabine Koch überzeugt.

Sind erste Fragen beantwortet und Sorgen genommen, vermittelt sie an den Landkreis. Ihre Hilfe sei unverbindlich. „Selbst wenn ich nur dazu beitragen kann, dass eine Wohnung vermietet wird, freue ich mich schon“, sagt sie. Ihre Hoffnung: Die Einwohner würden Sabine Koch kennen, die Hemmschwelle müsste daher niedriger sein, sie einfach anzusprechen. Wer wolle schon gleich an die Behörde herantreten? „Wenn dieses Modell erfolgreich ist, wäre es denkbar, es auf andere Orte auszuweiten“, schildert sie die Rückmeldung vom Landkreis, der das Engagement in dieser Angelegenheit schätze.

Sabine Koch ist für jeden ansprechbar, auch Fragen von Einwohnern außerhalb Barfeldes beantwortet sie gern. Zu erreichen ist sie täglich ab 14 Uhr unter der Telefonnummer 05182/1683 oder auch per E-Mail an koch-barfelde@t-online.de.

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