Silvester: Fünf Notfallpatienten ambulant behandelt / Durchschnittliches Aufkommen

Ruhige Nacht im Krankenhaus

Maya Wehrung genießt die Ruhe und ein gutes Buch. „Für mich spielt Silevster ohnehin keine Rolle“, sagt die 82-jährige Gronauerin.

GRONAU Eigentlich hatte sich Doris Neumann den Jahreswechsel etwas anders vorgestellt. Statt mit ihrem Ehemann und einem befreundeten Paar im trauten Heim gemütlich Karten zu spielen, verbrachte die 75-Jährige die Silvesternacht im Gronauer Johanniterkrankenhaus – ebenso wie 50 weitere Patienten.

„Hallo Frau Neumann“, begrüßt Krankenpfleger Andreas Seefeldt die Patientin – die seit dem 27. Dezember stationär behandelt wird – und nimmt ihr daraufhin aus dem Finger eine kleine Blutprobe ab. Die beiden sind alte Bekannte. Nicht, dass Doris Neumann hier ständige Patientin wäre: Andreas Seefeldt war Schüler ihres Ehemannes, der 1966 als Junglehrer den heutigen Krankenpfleger in der Grundschule in Springe unterrichtete. Nicht nur das bekannte Gesicht, auch das Feuerwerk im Leinetal, was die Mehlerin von ihrem Zimmer im dritten Stock des Krankenhauses um Mitternacht bewundern konnte, entschädigte die Mehlerin: „Schöner kann es in Herrenhausen auch nicht sein.“

Doris Neumann unterstreicht: „Hier fühle ich mich gut aufgehoben und versorgt. Ich bewundere das Personal, das trotz der Gehaltskürzungen immer nett und freundlich ist – alle Hochachtung.“

Ebenfalls seit dem 27. Dezember wird Maya Wehrung im Krankenhaus behandelt. Die 82-jährige Gronauerin ist mit dem Krankenhaus seit Jahrzehnten vertraut und schätzt es sehr. „Hier wurden bereits meine Zwillinge geboren“, sagt die ehemalige Leiterin der Impfstoff-Abteilung bei Wülfing. Dass sie die Silvesternacht im Krankenhaus verbringen musste, stört Maya Wehrung überhaupt nicht. Sie genießt die Ruhe und liest viel. Für die 82-Jährige spiele Silvester ohnehin keine große Rolle: „Das ist für mich kein Tag zum Feiern“, sagt die Gronauerin.

Dass dagegen bei einigen Silvesterpartys über die Stränge geschlagen wurde, haben der Rettungsdienst und die Notaufnahme zu spüren bekommen. Fünf Notfälle mussten in der Nacht im Gronauer Krankenhaus behandelt werden. „Alle konnten ambulant behandelt werden, stationär aufgenommen werden musste niemand“, berichtet Kirsten Kleiner, Krankenschwester in der Notaufnahme. Ein Patient musste beispielsweise nach einer Schlägerei medizinisch versorgt werden, ein anderer hatte den scharfen Rauch eines Silvesterknallers ins Auge gekriegt. „Das Notfallaufkommen in der Silvesternacht liegt bei uns im durchschnittlichen Bereich“, sagt Kirsten Kleiner, die seit 20 Jahren im Gronauer Krankenhaus tätig ist. Ganz anders habe das Heiligabend ausgesehen, als viele Patienten mit Herzbeschwerden und schweren Magen-Darm-Infekten behandelt werden mussten.

„Silvester war es im Krankenhaus insgesamt eine ruhie Nacht“, sagt Kirsten Kleiner. Dass es auch ganz anders aussehen kann, weiß die 51-jährige Gronauerin aus Erfahrung. Vor einigen Jahren wurde ein Patient behandelt, dem durch einen in der Hand explodierten Böller Finger zerfetzt wurden.

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