Golfclub Sieben-Berge in Rheden entfernt Pappeln aus Schlosspark / Feuerwehrlöschteich angelegt

Rainer Oelze: „Freier Blick ins Leinetal“

Am Rande des Talweges liegen die abgeholzten Stämme der Pappeln: Einige sind bereits von innen ausgehöhlt und verfault.

Rheden Den Golfspielern und Anwohnern am Talweg bietet sich seit einiger Zeit ein ungewohnter Anblick: Anstatt auf große Pappeln schauen sie jetzt auf eine Buchenhecke. Frevel an der Natur, wie ein Mitglied des Golfclubs findet, oder eine Notwendigkeit?

„Die Pappeln sind mehr als 50 Jahre alt gewesen. Sie sollten unter anderem als Schutz für verunglückte Golfbälle der Driving-Range dienen“, blickt Rainer Oelze in die Vergangenheit. Zudem wurden Fangnetze installiert, um zu verhindern, dass die Golfbälle auf den Terrassen der Anwohner landen. Der Präsident des Golfclubs Sieben-Berge in Rheden ließ die Übungsfläche vor einigen Jahren jedoch komplett verlegen, da die Maßnahmen nicht den gewünschten Erfolg erzielten.

Die Pappeln jedoch sind weiter gewachsen und hatten in der Zwischenzeit eine Höhe von mehr als 25 Metern erreicht. „Sie wurden zur Gefahrenquelle für die Anrainer des Talweges“, erzählt Rainer Oelze von herabfliegenden Ästen, die den ganzen Talweg blockierten, so dass die Gemeinde Rheden den Präsidenten des Golfclubs aufgefordert hat, hier Abhilfe zu schaffen. Zur gleichen Zeit informierte der Landkreis Hildesheim die Samtgemeinde Gronau, dass das Anlegen eines neuen Feuerwehrlöschteiches durch das Neubaugebiet erforderlich sei. Diesen legen Fachfirmen gerade auf dem Gelände des Schlossparks, der zum Golfclub gehört, an. Hierfür und aus den zuvor angeführten Gründen sah Rainer Oelze die Erfordernis, die Pappeln fällen zu lassen. An den aufgeschichteten Stämmen am Wegesrand ist gut zu erkennen, dass einige von innen verfault sind und drohten, jederzeit zu einer weiteren Gefahr zu werden.

Hecke als Grenze

Durch die bereits in weiser Vorraussicht angelegte Buchenhecke am Talweg ist der Golfclub auch nach der Baumfällung abgegrenzt. „Die Anwohner des Talweges sind erstaunt und erfreut, wie viel mehr Licht und Luft sie nun durch das Entfernen der Pappeln auf ihren Grundstücken haben“, wird Rainer Oelze von den Rhedenern viel Lob entgegengebracht. Doch für den einen oder anderen passionierten Golfspieler stellt sich dennoch die Frage, ob das Bild des Schlossparks nicht durch das Eingreifen in die Natur maßgeblich verändert wurde. Der Park sei ein schützenswertes Stück der Geschichte, und der Golfplatz zudem über die Landesgrenten hinweg für seinen außergewöhnlichen Charakter bekannt. Dieser wird nach Meinung des Golfclub-Präsidenten jedoch durch die Fällung nicht negativ beeinträchtigt: „Im Gegenteil, jetzt kann der Golfer viel weiter schauen und den Blick durch das Leinetal schweifen lassen“, freut sich Rainer Oelze über die neu gewonnene „Freiheit“. Für ihn sei ein weiterer, wichtiger Schritt zur Festigung der guten nachbarschaftlichen Beziehungen, insbesondere zwischen den Anwohnern des Talweges und dem Golfclub Sieben-Berge, durch die Abholzung der Pappeln vollzogen worden.

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