Martin Paggel und André Kühne erleben am Wahlabend kuriose Begebenheiten / Briefwahlunterlagen sind gefragt

„70 plus würde ich diesmal hoffen“

„Gute Stimmung“: Für Martin Paggel (rechts) und André Kühne von der Samtgemeinde-Verwaltung ist die Bundestagswahl längst Routine. Foto: Klein

GRONAU Die Bundestagswahl naht. Am 22. September sind 11 239 Wahlberechtigte – darunter 594 Erstwähler – in der Samtgemeinde aufgefordert, ihre beiden Stimmen abzugeben. 130 Wahlhelfer sind an diesem Tag im Einsatz. „Für uns ist es Routine“, sagt Martin Paggel von der Samtgemeinde-Verwaltung, der am Wahlabend gemeinsam mit André Kühne und einem Team im Rathaus die Ergebnisse in Empfang nimmt. „Die Stimmung ist immer gut“, beschreibt er die Atmosphäre am Wahlabend und berichtet von so mancher kuriosen Begebenheit.

Was sich schon jetzt abzeichnet, ist seinen Ausführungen zufolge eine erhöhte Nachfrage an Briefwahlunterlagen. Im Jahr 2005 waren es 1 140 Briefwähler, diesmal liegt die Anzahl bereits bei 909. „Die Nachfrage ist höher als zuvor“, teilt Martin Paggel mit. Und die Zahl wird seinen Angaben zufolge sicher noch steigen. Immerhin ist es möglich, bis 20. September die Briefwahlunterlagen zu beantragen. Die Abgabe aber muss spätestens am Wahlsonntag bis 18 Uhr beim Landkreis Hildesheim erfolgt sein. Gegen 15 Uhr werden die Briefkästen der Samtgemeinde ein letztes Mal geleert, um die Unterlagen zum Landkreis zu bringen. Die Wahlhelfer würden es häufig erleben, dass Briefwähler ihre ausgefüllten Unterlagen in einem Wahllokal abgeben wollen. Weshalb sie nicht gleich die normale Urnenwahl in Anspruch nehmen, bleibt ein Rätsel.

Das Gronauer Rathaus ist den ganzen Tag über besetzt, rund 15 Mitarbeiter sind im Einsatz. Ab 18 Uhr stehen die Annahmeteams der Ergebnisse schließlich Gewehr bei Fuß. Diese werden gleich in ein spezielles Programm eingegeben und über das Internet dem Landkreis übermittelt. Selbst auf einen spontanen Stromausfall ist Martin Paggel, der einen Laptop am Wahlabend parat hat, vorbereitet.

Die Bundestagswahl sei im Vergleich zu den Kommunalwahlen jedoch wenig spektakulär, sagt Martin Paggel. Doch „eine goldene Zitrone ist immer dabei“, schmunzelt er. Kommentare auf den Wahlzetteln oder auch Smileys neben dem abgegeben Kreuzchen – nahezu alles ist dem Wahlteam bereits untergekommen. Solche Wahlzettel sind dann natürlich automatisch ungültig, wobei die Wahlvorstände vor Ort die Entscheidung treffen.

Martin Paggel rechnet damit, dass die Auszählung in den 19 Lokalen der Samtgemeinde Gronau schließlich gegen 19.30 Uhr abgeschlossen ist. Manchmal aber kommt es anders als man denkt: So habe es beispielsweise schon Probleme beim Auszählen der Stimmen gegeben. Schuld daran sei wohl „eine Dorffest-ähnliche Veranstaltung“ am Wahllokal gewesen, berichtet er: Zu dritt, also im Sechs-Augen-Prinzip, seien die Stimmen schließlich erneut ausgezählt worden. „An den Mehrheitsverhältnissen hat sich letztlich nichts geändert“, sagt Martin Paggel. Aktuell habe die Verwaltung ein gutes Team an Wahlhelfern. „Das klappt schon gut“, blickt er routiniert auf den Wahlabend, in deren Rahmen auch die Verwaltung eine kleine Wette laufen hat. Es geht aber nicht um das Wahlergebnis, sondern um die Beteiligung an der Bundestagswahl. Zur Erinnerung: Im Jahr 2005 waren es 71,6 Prozent, vier Jahre später 66,3 Prozent in der Samtgemeinde. „70 plus würde ich diesmal hoffen“, ist Martin Paggel zuversichtlich. Auch André Kühne ist überzeugt, dass die Wahlbeteiligung höher als gewohnt sein wird. Und der „Gewinner“ bekommt schließlich entweder „Schni-Pi-Po“ –Schnitzel mit Pilzen und Pommes -– oder ein Bierchen nach der Wahl. Letzteres ist ohnehin „eine liebgewordene Tradition“, die auch weiterhin gepflegt werden soll.

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